Die Idee, sich Zellenschlüssel einzuprägen und diese dann aus Holz nachzubasteln ist komplett irre. Aber das ist die Idee, andere Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe wie Dreck zu behandeln, auch.
Beruhend auf einer wahren Geschichte erzählt das Debüt Francis Annans von der eigentlich spektakulär unspektakulären Flucht politischer Gefangener im Südafrike zu Zeiten der Apartheid.
ESCAPE FROM PRETORIA hat dabei alles, was ein fesselnder Gefängnisausbruchsfilm braucht, sympathische Helden im Kampf für das Gute, ein verachtenswertes System auf der Gegenseite und genügend spannend inszenierte Nägelkau-Szenen während der zahlreichen „Generalproben“ des geplanten Ausbruchs.
Die ansonsten üblichen gewalttätigen Gefängnisklischees sind hier erfreulicherweise abwesend, der politische Kampf eint die Häftlinge und die Mörder sitzen ohnehin in einem anderen Trakt.
Daniel Radcliffe – als einziger namhafter Star – verschwindet hinter seiner unglücklichen Perücke und dem 70er-Brillengestell, aber auch im starken Ensemble seiner Schauspielkollegen.
Fazit: Spannender, sehr kurzweiliger Thriller, der die Tradition von Klassikern wie PAPILLON, ESCAPE FROM ALCATRAZ oder MIDNIGHT EXPRESS fortsetzt, auch wenn er nicht ganz deren Intensität und Klasse erreicht.