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„Rache – Söldner des Todes“ ist ein ziemlich guter B-Actioner, der überraschenderweise von dem großen Label Hollywood Pictures verliehen wurde.
Finanzgenie Jonas Ambler (John Ritter) liebt lediglich seine Frau Joanna (Lara Harris) mehr als seinen beruflichen Erfolg. Auf einer Party, welche die beiden für einen revolutionären Schriftsteller geben, passiert aber das Unglaubliche: Eine Horde bewaffneter Männer stürmt das Anwesen, um den Schriftsteller zu ermorden. Bei dem Massaker stirbt neben dem Schriftsteller, diversen Bodyguards und Partygästen auch Joanna, während Jonas schwer verletzt überlebt. Damit kann der Film schon als Opener eine ordentliche Ballerei mit vielen blutigen Einschüssen präsentieren.
Jonas sinnt auf Rache als er erfährt, dass der bezahlte Killer Phoenix (Martin Kove) dahinter steckt. Er will den ehemaligen Spezialagenten und jetzigen Söldner Captain Carl ’Hawk’ May (Olivier Gruner) engagieren, damit dieser Phoenix tötet – und Jonas will dabei zusehen. Zwar hat Hawk noch eine alte Rechnung mit Phoenix offen, doch er will keinen Zivilisten mitschleifen. Damit entspannt sich schon eine Art Buddy Konflikt, der zwar weitestgehend humorlos ist, aber dafür viel Raum im Film in Anspruch nimmt.

Dann gerät Hawk allerdings in eine ungemütliche Lage, aus der ihn nur Jonas mit seinem Geld und seinen Beziehungen retten kann. Widerwillig stimmt er zu und trainiert Jonas speziell, ehe sie zu Phoenix’ Unterschlupf aufbrechen. Doch dort bekommt es Hawks Söldnertrupp bald mit unerwarteten Schwierigkeiten zu tun…
Der Konflikt zwischen Jonas und Hawk würde an sich Raum für etwas Buddy Komik bieten, doch der Film probiert diese Schiene nicht aus. Stattdessen versucht man hier eine etwas dramatischere Richtung einzuschlagen, denn die Fieslinge kosten Hawk und Jonas diverse Freunde und geliebte Menschen. Da John Ritter ein professionellerer Darsteller ist und Olivier Gruner auch etwas Talent besitzt, kauft man den Figuren diese Dramatik auch relativ gut ab. Doch der besonders viel Tiefgang sollte man auch nicht erwarten.
Die Story folgt gewohnten Genrebahnen, wobei die Namenssymbolik der Kontrahenten (Falke vs. Phoenix), die noch eine alte Rechnung offen haben noch zu den originellsten Einfällen gehört. Hawk ist natürlich Franzose, damit man Gruners Akzent erklären kann, während die meisten anderen Wendungen (z.B. die Szene mit dem Finger am Ende) ziemlich vorhersehbar sind. Lediglich in der Mitte kann der Film bei der Enthüllung einiger Hintergründe wirklich überraschen. Doch das Tempo ist hoch und der Film kommt auf ein solides Maß an Spannung, da man geschickt auf handelsübliche Weise Nervenkitzel erzeugt (z.B. kennt man Verräter schon vor den Figuren).

Die Action ist ziemlich zahlreich und vor allem in der zweiten Hälfte wandelt sich der Film fast in eine non-stop Hetzjagd. Es gibt diverse Verfolgungsjagden und auch ein paar Nahkämpfe, doch das Hauptaugenmerk liegt auf den Shoot-Outs. Gruners Fights sind relativ spektakulär, aber finden oft im Halbdunkel statt, was den Spaß an den Martial Arts Szenen etwas trübt. Doch die Hauptattraktion, die Schießereien, sind sehr gut inszeniert, zeigen eine recht spektakuläre Choreographie und bieten diverse blutige Einschüsse.
Olivier Gruner macht eine ziemlich gute Figur und beweist sich als recht talentierter B-Actionheld. John Ritter ist als professioneller Schauspieler natürlich auch gut, muss aber etwas damit kämpfen, dass seine Rolle nicht immer sympathisch angelegt ist. Die Nebendarsteller, darunter etwas bekanntere Leute wie Martin Kove und Ed Lauter, machen ihre Sache auch ziemlich gut.

Zwar ist die Story von „Rache – Söldner des Todes“ keine Offenbarung, aber ziemlich gute Unterhaltung für Freunde des gepflegten Ballerfilms bekommt man hier dennoch geboten.

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