Review

Inhalt: 

China, während der manchurischen Qing-Dynastie. Vom Kaiser (Chan Shen) persönlich erhält der Imperial Guard Chik Lian Jia (Lo Lieh) den Auftrag, die Hong-School, die dringend der Rebellion gegen das Kaiserhaus verdächtig ist, auszulöschen. 

Chik Lian Jia überfällt mit seinen Schergen die Hong-Männer, deren Zelle in einer Färberei ihren Unterschlupf hat, und die führenden Köpfe (Chiu Chung-Hok, Chan Ling-Wai) der Schule werden getötet. Zuvor kann ein wichtiges Gold-Medaillon an den Schüler Fong Sai Yuk (Wong Yue) übergeben werden, ihm und seinen Kameraden Hu Huei Chian (Chin Siu-Ho) und Hong Si Guan (Lo Mang) gelingt es zu entweichen.  

Sie flüchten schließlich in das Kloster der Shaolin, um vor Chik Lian Jia und seiner Garde Schutz zu finden. Die 3 müssen sich zurechtfinden, und die beiden Ausbildungs-Mönche Guy Hong (Lee Hoi San) und Jin (Kuo Chui aka Phillip Kwok) haben ihre liebe Müh und Not, die Mätzchen der 3 möglichst zu unterbinden. 

Sie befreien einen in einer Kammer angeketteten, verrückten Mönch (Chun Wong), der nunmehr im Kloster Narrenfreiheit hat. Die 3 müssen sich mit ihren Novizen-Kollegen der mit diesen rivalisierenden Mönchs-Anwärtern -die schon länger im Tempel sind- erwehren, an deren Spitze der Top-KungFu-Fighter Wu Qing (Lau Kar Fei aka Gordon Liu), und sie retten eine junge Frau, Ju Ju (Cheung Choi-Mei) vor dem Ertrinken. Hu Huei Chian verguckt sich in das niedliche Mädchen! 

 Chik Lian Jia kommt den Dreien auf die Spur, eine erste Auseinandersetzung überstehen die 3, und Chik räumt das Feld. 

Doch er kommt wieder, und schließlich muss ein Show-Down die Entscheidung herbeiführen, ein Kampf auf Leben oder Tod...! 

Kritik:  

Im Jahre 1985 lag das Studio der Shaw Brothers, was die Produktion von Spielfilmen betraf, in den letzten Zügen. Die Qualität der Streifen war zwar insgesamt im Durchschnitt nicht schlecht, die Glanzzeiten waren indes vorbei, und das sieht man auch dieser Produktion, "Crazy Shaolin Disciples", leider an.  

In den Hochglanz-Sets der Shaw-Studios, stimmt das Atmosphärische, und auch das Shaolin-Feeling im Tempel, besticht einmal mehr. So ist denn "Crazy Shaolin Disciples" visuell stark, satte Farben, edle Sets die überzeugen. 

Die Story ist recht einfach, und verspricht anfangs auch recht viel Spannung: Ein bitterböser Villain trachtet 3 Männern, die ins Kloster der Shaolin entwichen, nach einem Gold-Medaillon und dem Leben, diese Männer erhalten eine Kampfausbildung, und es kommt zum Show-Down. An sich klasse, daraus kann man was machen, und der Cast mit einigem an Shaw-Prominenz zu dieser Zeit, kann sich sehen lassen.

Auch dass Regisseur Chu Chia-Hsiung (aka Yao Ka-Hung) hier eine Reminiszenz an 3 großartige Erfolge der Shaw Brothers konzipierte, ist an sich eine klasse Idee: Einiges erinnert bewusst und ganz stark an "Heroes Two" ("Die tödlichen Fäuste der Shaolin", siehe mein Review auf dieser Webseite), so kommt die Figur "Fong Sai Yuk" ("Fang Shih Yu") vor, hier gespielt von Wong Yue und im Original von Shaw MegaStar Alexander Fu Sheng, auch Wong Yue hat diese Frisur und spielt mit dem weißen Fächer wie einst Fu Sheng Jahre zuvor. 

Zudem ist auch eine leichte Reminiszenz an den Shaw Brothers-Hit "Disciples of Shaolin ("Karato - Sein härtester Schlag", siehe mein Review auf dieser Webseite) gegeben, nur eben hier eingangs eine Färberei und keine Weberei, wie in jenem Film, in dem ebenfalls Alexander Fu Sheng mitspielte.

Und einiges erinnert auch an den Mega-Eastern "The 36th Chamber of Shaolin" ("Die 36 Kammern der Shaolin", siehe mein Review auf dieser Webseite), so begegnet man im Shaolin-Tempel (dessen Kulisse hier dem Original-Film sehr nachempfunden ist, süperb!) wieder Lau Kar Fei der auch hier ausschaut wie "Yu Te"/"San Te" im Original, Lo Lieh ist wie in "36th Chambers of Shaolin" der Villain, fast im selben Outfit, und Lee Hoi San wieder als Chef-Ausbilder mit Glatze und gelber Kutte. 

Das ist für Fans der Shaw Brothers zwar sehr schön und eine klasse Idee. Doch Chu Chia-Hsiung macht zu wenig daraus. "Crazy Shaolin Disciples" als Comedy-Version von "Heroes Two" mit Reminiszenzen an "Disciples of Shaolin" und dem legendären Shaw-Hit "The 36th Chambers of Shaolin", funktioniert leider nur sehr, sehr bedingt. 

Zu sehr setzt Chu Chia-Hsiung auf alberne Comedy, auf zu viele Episödchen und Anekdötchen im Kloster, eine nicht mal halbgare Love-Story an der Oberfläche, ein verrückter, zuvor angeketteter Mönch irrt wirr durch den Tempel, rivalisierende Mönche zanken und kappeln sich sinnfrei durchs Kloster. 

Statt auf die knallharte Ausbildung der Helden zu setzen, davon sieht man nämlich kaum etwas. So vergehen zig Minuten mit Vereinzelungen und Handlungs-Splittern, so dass Längen aufkommen, ja unvermeidlich sind, und vor dem dann sich ratzfatz ergebenden Show-Down gar Langeweile beim Betrachter aufkommt. Der dann dramatische und natürlich actiongeladene Show-Down kann dann immerhin noch etwas entschädigen und die Kloster-Klamotte noch so gerade eben fast rettend ins Ziel bringen. 

Wong Yue, Chin Siu-Ho und Lo Mang sind die 3 Buddies im Tempel, Wong Yue und ´Venom´ Lo Mang bringen Shaw-Prominenz mit. Sie blödeln sich durch den Tempel, balgen sich mit den grau gekleideten älteren Kollegen, während sie in rotbraunem Dress den Novizen angehören. 

Lo Mang bringt etwas ´Venom´-Charisma ein, Wong Yue übernimmt die Führungsrolle, doch gegen das Episödchen-Script kommen auch sie schwer an. Chin Siu-Ho darf an die niedliche Cheung Choi-Mei nicht richtig ran, na ja, ist ja ein Eastern, halbgar bleibt die Romanze auf der Strecke. Im Finale und zuvor bei einem ersten Fight gegen Lo Lieh zeigen sie immerhin starke Fightskills, doch wie sie die erlernten sieht man leider nicht, klares Manko.

Interessant ist hier, Kuo Chui (aka Phillip Kwok), ebenfalls einer der 'Venoms', als Ausbildungs-Mönch mit Glatze und gelber Kutte. Wow, kaum wiederzuerkennen. Im Gegensatz zu Lee Hoi San, der in gleichartigen Rolle in "36th Chamber of Shaolin" zu sehen war. Leider darf Lee hier nicht so richtig als Ausbilder ran, wie es noch in "36th Chamber..." der Fall war.

Die weiblichen Rollen kann man indes vernachlässigen, die niedliche Cheung Choi-Mei bleibt etwas blass. In einer Nebenrolle der weibliche Gaststar dieses Streifens, Yuen Qiu als Mutter -im Film- von Wong Yue, resolut und ernsthaft, konnte sie gefallen. 

Die Stars des Films sind denn auch gar nicht mal die 3 Helden, sondern Lau Kar Fei (aka Gordon Liu), der ala "Yu Te"/"San Te" im weitaus besseren Klassiker rüber kommt. Zwar ist die Rolle durch das Anekdötchen-aus-dem-Tempel-Script reichlich eingeschränkt, aber das Charisma von Lau Kar Fei haut hier einiges noch raus. Der andere Star ist der Villain, Lo Lieh. Denn der zeigt Härte, Top-KungFu und bringt die dringend benötigte Ernsthaftigkeit hier ein, auch Lo Lieh ist ein charismatischer Darsteller. Und am Ende, so ratzfatz sich ergebend, kommt der noch einiges rettende, blutig-dramatische Endfight mit ihm. 

Die KungFu-Fightaction haut natürlich einiges raus, rasant-dynamische Fights, klassische Techniken, vor allem im finalen, dramatisch-turbulenten und intensiven Show-Down. 

Aber das ist insgesamt in 88 Minuten zu wenig, zu wenig KungFu-Action. Und vor allem zu wenig Ausbildung im Kloster, Mann... da sind 3 Novizen die ´für Lo Lieh´fit gemacht werden müssen! Und was sieht man davon? Tja, hm, herzlich wenig. 

"Crazy Shaolin Disciples", eine Eastern-Komödie in der Endphase der Shaw Brothers, die nur bedingt überzeugen kann. Mehr wäre möglich gewesen, aber Chu Chia-Hsiung verzettelt sich in komödialen Episoden und Anekdoten. Die Idee der Reminiszenz an 3 Top-Eastern der Shaw Brothers, Lau Kar Fei ala "San Te", Lo Lieh als harter Villain, gediegene Shaw-Atmosphäre und brauchbare wenngleich zu rar gesäte KungFu-Fightaction, hieven diesen Film noch wohlwollend und zusammengeläppert auf mal so gerade eben sehr knappe 6 von 10 Punkten in meiner Bewertung.

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