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Die bösen Clowns mal wieder. Da wurden die Herrschaften von „Asylum“ offenbar durch die Neuverfilmung von „Es“ ein wenig getriggert, wodurch sich Autor und Regisseur Eric Forsberg mal nicht um fliegende Tornadohaie oder Meteoriteneinschläge in Los Angeles kümmern musste. Allzu viel fiel ihm zum mordenden Clown allerdings nicht ein.

Ein paar Teens befinden sich auf dem Weg zu einem Musikfestival und machen Halt in der Wüste, als einer nach dem Austreten verschwindet. Auf ihrer Suche entdecken sie einen Geisterort mit ominösen Puppen und ein Gruselkabinett, welches einst einem Zirkus angehörte. Dieses zu betreten entpuppt sich als schlechte Idee…

Nach einem passablen Einstieg in der Wüste mit Überbleibseln des vor 25 Jahren dort gastierenden Zirkus, begeht Forsberg den Fehler, das komplette Treiben in das schwach ausgeleuchtete Tunnellabyrinth zu verlagern, wo es auf Dauer an Abwechslung mangelt.
Zwar drehen sich einige Wände und das obligatorische Huschen des lauernden Angreifers halten anfangs noch ein wenig bei Laune, doch die Figuren wecken aufgrund ihrer Oberflächlichkeit und den teils weltfremden Dialogen kaum Interesse. Gleichwohl kommen die Erscheinungen nicht über ein paar adrette Fräulein, den nerdigen Dicken, den Mutigen und den Football-Angsthasen hinaus.

Die dauerhaften Lautsprecheransagen durch den Geschminkten lassen ihn zwar omnipräsent erscheinen, doch geheimnisvoller wäre er ohne große Worte erschienen. Wobei sich schon früh die Frage stellt, was ein Eremit in der Wüste so treibt, wenn sich nicht vielleicht alle paar Jahre einige Reisende hierher verirren. Das plumpe Mordmotiv leuchtet aufgrund einiger Rückblicke früh ein, doch es dauert eine Weile, bis sich der Slasher auch wie einer anfühlt.

Die zumeist handgemachten Effekte werden eher sparsam eingesetzt, Platzwunden, Kehlenschnitt, Stab im Auge und Scherben im Gesicht sind sorgfältig inszeniert, während andere Ableben deutlich in Richtung Trash tendieren, spätestens, als jemand im Popcornhagel umkommt. Auch gelingt es dem Blutrünstigen, ein ganzes Zimmer mit mechanisch steuerbaren Puppen inklusive Beißfunktion mit nur drei Hebeln ganz individuell zu steuern.

Immerhin verfehlt das Make-up des Titelgebenden nicht seine Wirkung, besonders da der entsprechende Darsteller deutlich überzeugender schauspielert als seine potenziellen Opfer, die mehrheitlich steif und wenig nuanciert performen. Der Score treibt passabel an und auch das Editing führt zu einem überwiegend brauchbaren Timing.

Dennoch kommt zu selten Spannung auf, da die Morde nur ansatzweise kreativ und noch seltener spannend ausfallen und das Szenario des Schreckenskabinetts aufgrund karger Ausstattung zu wenig Abwechslung bietet. Das ist für einen Slasher auf recht überschaubarem Raum definitiv zu wenig, um trotz der überschaubaren Laufzeit von 87 Minuten Kurzweil zu bieten, zumal es im Verlauf weder Twists noch sonstige Überraschungen mitzunehmen gibt.
Vielleicht hätte sich Forsberg ein wenig an der „Saw“-Reihe orientieren oder zumindest die Kulisse einer kreativ ausgestatteten Geisterbahn nutzen sollen. So bleibt die Angelegenheit bis zum Schluss zu eindimensional.
3,5 von 10

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