„The Assent“ ist einer von diesen kleinen, mit spartanischem, aber kreativ eingesetztem Budget umgesetzten Filmen, die trotz Herumreitens auf einem übersichtlichen Thema doch einigermaßen in Erinnerung bleiben.
Das Beste an diesem Werk ist sicher die Grundkonstellation, bei der ein mäßig medikamentös eingestellter Schizophrener händeringend darum kämpft, weiter der Vater seines kleinen Sohnes bleiben zu dürfen, obwohl schon die Kombi Papa-Sohn-Kindermädchen so dürftig in der Konstruktion ist, dass das Jugendamt anderswo wohl mit Feuer und Schwert einrücken würde.
Man ahnt bald die üble Schlittenfahrt, die unseren wackeren Joel erwartet, denn nachdem die holde Nachhilfemaid ein Studium an einem Ort antreten möchte, wo die Zivilisation sich schon zu Hause fühlt, gerät der Denkkasten erst so richtig ins Schlittern. Da gibt es bald Visionen, visuelle Verzerrungen und in den hinteren Sichtachsen der düsteren Butze huschen schon dämonische Schatten umher. Dazu reiten auch noch zwei Kirchenleute an, von denen einer drei Minuten vor der Exkommunikation steht, aber jetzt danach dürstet, es den Kirchenobrigen noch mal richtig was aufs Brot zu schmieren – damit der Exorzismus mal so richtig Laune macht.
Natürlich steigt mit jeder Filmminute der Druck, der erst in dem wirklich üblen Finale vom Kessel genommen wird, aber dennoch ist „Assent“ auch mit 84 Minuten fast noch einige Minuten zu lang, denn das Sujet wird gegen Ende einfach zu lange ausgebreitet. Dafür stimmt aber der Spannungsbogen, wenn auch in der Idee mehr drin gewesen wäre, was die Idee der Schizophrenie in Bildform angeht.
Dass man Mystery mit echtem „supernatural horror” mixt, funktioniert nicht immer wirklich gut, aber hier wird am Ende der „Mann hinter dem Vorhang“ sichtbar und das rettet das Schattenspiel in die positive Zone. (5,5/10)