Die Asiaten und ihre Wohnblocks. Diesmal ist es ausnahmsweise kein langhaariger Geist und auch kein totenblasses Kind, das die Protagonistin heimsucht, sondern ein – Versicherungsvertreter.
Yasuko ist eine selbstbewusste Frau, die Kind und Haushalt organisiert, während ihr Mann, ein Computerspezialist, gerne mal länger auf Dienstreise ist. Gestresst von sauberkeitsfanatischen Nachbarn und nervigen Werbeanrufen klemmt sie einem etwas aufdringlichen Vertreter die Hand in der Tür ein, woraufhin dieser – offenbar ebenfalls nervlich überfordert – durchdreht und beginnt, Yasuko zu terrorisieren.
Wer nun einen der berüchtigten 80er-Jahre Asia-Hardcore-Horrorfilme erwartet, wird ordentlich enttäuscht sein. Zwar wird im Finale noch zu Grillzange und Kettensäge gegriffen, doch ist der Film insgesamt eher auf Suspense angelegt, die ihm so mittelgut gelingt. Es gibt ein paar wenige interessante Ideen, z. B. dass Yasuko irgendwann die Stimmen anderer Personen nur noch wie durch eine Sprechanlage verzerrt wahrnimmt oder dass die finale Verfolgungsjagd durch die Wohnung aus der Vogelperspektive aufgenommen ist. Aber im Großen und Ganzen ist DOOR durch sein unterentwickeltes Drehbuch, das mittelmäßige Schauspiel, das lahme Erzähltempo und die etwas unbeholfenen Kampfszenen eher in der Trash-Ecke anzusiedeln.
Bemerkenswert ist jedoch die softe Synthiemelodie, die ein wenig an Takeshi Kitanos Hauskomponisten Joe Hisaishi erinnert und als Allzweckbeschallung unter fast jede Szene gelegt wird.
5.5/10