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Die 80er klopfen in regelmäßigen Abständen an, hauptsächlich im Horrorbereich, als seinerzeit eine Vielzahl von Slashern mit geringem Budget verwirklicht wurde. In dieser Tradition versucht sich auch Regieneuling Antonio Pantoja, indem er zunächst auf Comedy setzt und später einen vergleichsweise gesprächigen Killer ins Zentrum des Geschehens rückt.

Sarah ist sauer, als sie und ihr langjähriger Freund aus Kindertagen den Bürojob verlieren. Kurzerhand kommen sie im Betrieb von Tatortreinigern unter, der sie am zweiten Tag in eine verwaiste Fabrikhalle beordert. Hier wütete ein Serienkiller und genau der befindet sich noch immer in der Nähe…

Die Geschichte ist nicht zwangsläufig an die Achtziger gebunden, zumal die zweite Hälfte ausschließlich in der eher zeitlos ausgestatten Fabrik spielt. Jedoch kommen kleine Relikte aus jener Zeit zum Vorschein wie ein Kassettenrekorder, ein Haustelefon, Diät-Cola oder ein Poster von „Der weiße Hai“. Zudem setzt der eingängige Score komplett auf antike Synthiesounds, wodurch er stark an typische Themen von „The Goblin“ erinnert.

Die komödiantischen Anteile halten sich zwar in Grenzen, doch in der ersten Hälfte schimmert ab und an ein wenig Situationskomik durch, was hinsichtlich ungeübter Kräfte an blutigen Tatorten durchaus Potential entfaltet. Auch die knappen Figurenzeichnungen sind gelungen, wodurch einige Individuen etwas mehr Raum zur Entfaltung erlangen und im Verlauf nicht nur als konturloses Kanonenfutter enden.

Allerdings fällt das Treiben einerseits deutlich zu dialoglastig aus, andererseits mangelt es an Drive und Suspense. Sobald der Killer tätig wird, macht er kurzen Prozess, direkte Konfrontationen entstehen erst gar nicht. Allerdings können sich die handgemachten Einlagen sehen lassen, die mit abgezogener Gesichtshaut, einer Skalpierung, abgetrennten Fingern und einer Hacke im Hinterkopf teils derbe ausfallen.

Dennoch will der Funke im zweiten Teil der Handlung nie so recht überspringen. Das Ambiente der Fabrik liefert kaum Abwechslung, statt Action dominieren zu viele Dialoge der allenfalls mittelmäßig performenden Mimen und je mehr der glatzköpfige Killer über Gott, Sünden und die Welt schwafelt, umso weniger bedrohlich wirkt er. Der leicht hanebüchene Ausgang vermag da kaum versöhnlich zu stimmen.

Vielleicht hätte Pantoja seine Geschichte ausschließlich als schwarze Komödie mit Konzentration auf die unbeholfenen Tatortreiniger anlegen sollen, denn in solchen Momenten vermag er durchaus zu punkten. Mit Auftreten des Killers verschwinden die auflockernden Szenen nahezu gänzlich, doch wirklich spannend wird es eben auch nicht. Die blutigen Einlagen retten noch ein wenig, doch vom ursprünglichen Clou bleibt am Ende nicht mehr viel.
4,5 von 10

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