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Wenn Scott Adkins irgendwo mitmischt, ist das eigentlich ein Garant für etwas Knüppel-Action, - schließlich kann sich der Kerl mit über 40 noch erstaunlich gut bewegen. Tatsächlich tritt er gegen zwei komplett ungleiche Gegner an und muss dabei sein Licht komplett unter den Scheffel stellen, damit überhaupt so etwas wie Dynamik aufkommt. So muss Adkins vermehrt schauspielern und das bekommen andere deutlich besser hin.

Seit dem Unfalltod ihrer Eltern greift Schülerin Tillie (India Eisley) bei Feierlichkeiten unter Collagefreunden vermehrt zur Flasche, bis sie bei einer solchen Nico (K.J. Apa) kennen lernt. Die beiden verbringen eine romantische Zeit auf Nantucket, bis Nicos Bruder Marco (Adkins) auftaucht, der für die Feierlichkeiten am 4. Juli etwas Garstiges geplant hat…

Der Stoff wurde bereits 2016 abgedreht, was die Ansammlung vieler Menschen am Strand oder in Clubs erklärt. Aus nachvollziehbaren Gründen fand er lange Zeit keinen Vertrieb, denn einerseits macht er auf Teenie-Romanze, worum Actionfreunde eigentlich einen großen Bogen machen und andererseits will er als Rache-Thriller fungieren, womit er nahezu komplett scheitert.

Obgleich die Geschichte mit einer grobschlächtigen Prügelei unter nicht mehr ganz jungen Herren einsteigt, bildet diese Szene eine von insgesamt drei körperlichen Auseinandersetzungen, welche zumindest ein wenig Härte ins Spiel bringen. Ganz im Gegensatz zur Romanze, welche über weite Teile das Geschehen dominiert. Dank einer bezaubernden India Eisley funktioniert das so einigermaßen, während beim parallelen Handlungsstrang kaum Spannung aufkommt, als ein FBI-Agent (James Remar) auf der Suche nach einem Killer ist.

Motivationen und Beweggründe wirken hüben wie drüben austauschbar, zudem wird der anberaumte Terror nie konkretisiert und während im Verlauf noch ein düsteres Geheimnis aufgedeckt werden soll, flacht die Intensität der Story immer weiter ab. Zudem mangelt es merklich an Schauwerten, obgleich die malerisch, idyllische Insel ein paar ansehnliche Momente hervorbringt. Ein Flugzeugabsturz wird lediglich akustisch angedeutet, eine Stichflamme ist ebenfalls nur kurz zu sehen, nur bei den Kloppereien geht es mit einigen Fleischwunden etwas derber zu.

Dass Adkins mit albanischem Akzent spricht, gestaltet die Angelegenheit noch weniger glaubwürdig und der Score untermalt Szenen, die in ihrer wahren Dynamik weit darunter liegen. Paradoxerweise wertet die Romanze den Stoff ein wenig auf, denn in Sachen Action und Spannung gehen Genrefreunde weitgehend leer aus.
4 von 10

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