Review

Das dynamische... Trio?!


Simon Verhoeven ist (zum Glück) kein Schweiger oder Schweighöfer - das war mir schon vor „Nightlife“ klar, zu sehr mochte ich die zwei „Männerherzen“ oder auch „Willkommen bei den Hartmanns“. Selbst seinem Ausflug ins Horrorgenre konnte ich (zumindest mit einem Auge leicht zugekniffen) etwas abkaufen, man spürt einfach oft genug, dass der Mann durchaus Filmfan ist, uns nah ist, Ahnung hat, was er macht. Und obendrein noch massiv Spaß dabei hat, dieser sich dann meist auch auf seine Teams und Ensembles überträgt. Das ist in dieser turbulenten Buddy- und RomCom über zwei Kumpel, die in eine chaotische Geschichte voller Drogen, Parties und Romantik (?) geraten, besonders auffällig. Denn vor allem sein hauptsächliches Trio aus M'Barek, Lau und Rojinski kann überzeugen und ansteckend gute Laune verbreiten - selbst wenn da das Schauspieltalent alles andere als an erster Stelle steht und vor allem die Lovestory und „Liebeschemie“ deutlich das schwächste Glied in der Kette ist, sind die drei doch eindeutig eine Bank in Sachen Entertainment und Sympathien. 

„Nightlife“ ist leichte, lustige Unterhaltung. Vielleicht der sichere Startpunkt für eine eigene Partynacht mit Freunden. Das Trio wirkt authentisch und nett, selbst wenn die Figuren überhaupt nicht tief gehen oder bei einem bleiben. Das Ding ist hochwertig und auf internationaler Augenhöhe produziert, selbst wenn jetzt die ganz großen Stylekniffe auch mit der Lupe gesucht werden müssten. Nicht alle Jokes sitzen, aber wenn sich die (überraschend wenig nächtliche) Hatz einmal auf das Zwerchfell eingeschossen hat, gerade mit verrückten Nebenfiguren, spätestens nach dem etwas zähen ersten Drittel, dann ist das schon gutes Training für dieses. Zudem guckt man(n) Palina immer gerne zu, da könnte die glaube ich popelnd aus dem Fenster gucken. Und Frau geht es da beim männlichen Pendant sicher auch nicht anders. Die finale Auflösung ist mir dann doch deutlich zu easy, unsere Nachtschwärmer wirken nie wirklich in Gefahr und insgesamt weicht das schon kaum von dem Weg ab, was sich schon anfangs jeder im Kopf ausmalt - aber für seichte, süße Unterhaltung passt das schon. 

Fazit: wenig Nacht, genug Sympathien, einige Lacher und spätestens ab der Mitte auch mit genug Zug, Puls, Adrenalin drin - „Nightlife“ ist ein guter Start ins WE. Kein Partyklassiker, auch nicht allzu kreativ, stilvoll oder toll, doch im Kern eine nette, schnelle, oberflächliche Zeit mit attraktiven Leuten, einer immer tollen Hauptstadt und bester Mainstreamunterhaltung irgendwo zwischen „Rounders“, „Lola rennt“, seinem eigenen „Männerherzen“ und dem noch recht frischen „Game Night“. 

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