Regisseur Leigh Whannell warnte davor, vom Trailer zu sehr auf den Film zu schließen. Korrekt, der Trailer erzählt zwar schon fast die ganze Story, aber nur den halben Film. Es dauert mehr als eine Stunde, bis die Neuinterpretation des klassischen Universal-Gruselstoffes ins Laufen kommt und die naheliegende Geschichte mit ein paar mehr oder weniger überraschenden Wendungen etwas interessanter (und mit fast jedem neuen Twist auch: unglaubwürdiger) macht.
Elisabeth Moss ist spätestens seit THE HANDMAID‘S TALE ja Kummer im Sinne von häuslicher Gewalt und toxic masculinity gewöhnt, sie spielt die Rolle des „Gaslight“-Opfers ebenso souverän wie Whannell die Sache solide inszeniert. Erst ein paar langsame Kamera-Pans durch den Raum à la PARANORMAL ACTIVITY und INSIDIOUS, um Spannung aufzubauen, dann in den Actionszenen die netten Kameratricks aus UPGRADE.
Alles in allem also ein ok Genrefilm fürs Mainstreampublikum, der bei allen Twists und Turns am Ende doch irgendwie überraschungsarm bleibt. Also bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.