In einer Nacht- und Nebel-Aktion gelingt der jungen Cecilia mit Hilfe ihrer Schwester knapp die Flucht vom Anwesen ihres genialen, aber gewalttätigen Freundes Adrian... der es offenbar nicht ertragen kann, derart gefoppt worden zu sein und sich kurz darauf brüskiert das Leben nimmt. Da er ihr testamentarisch trotzdem ein paar Millionen vermacht hat, könnte für Cecilia nun alles in bester Ordnung sein, doch bald schon stellt sich heraus, dass Adrian immer noch quicklebendig ist und er tatsächlich einen Weg ausgetüftelt hat, sich selbst unsichtbar zu machen und auf die Art seiner Ex unbemerkt nachzusteigen und sie langsam in den Wahnsinn zu treiben... Statt 'nem akkuraten Remake ist die Neuaufarbeitung des bekannten Stoffes eher "Der Feind in meinem Bett" mit 'nem Unsichtbaren statt Patrick Bergin und ohne Julia Roberts. Ich mochte den Ansatz, die Unsichtbarkeit mal nicht mittels eines Serums herbeizuführen, sondern stattdessen durch moderne Technik mit einem High-Tech-Anzug (funktioniert im Grunde wie die Karre in "Stirb an einem anderen Tag")... dadurch wird die Chose um Nuancen, ähem, glaubwürdiger. Die erste Hälfte ist dann auch sehr gut, wenn Regisseur und Drehbuchautor Leigh Whannell geschickt mit der Erwartungshaltung des Publikums spielt, wobei ich mir gewünscht hätte, dass etwas länger im Unklaren bleibt, ob es wirklich einen unsichtbaren Psycho gibt oder ob die Protagonistin einfach nur 'nen mentalen Knacks hat uns sich alles nur einbildet. Das ist ungefähr so wie damals bei "Chucky - Die Mörderpuppe", wo es ja auch "nur" 'ne zeitlang der Junge hätte gewesen sein können (wobei der Story-Ansatz dort ja durch das zu Beginn präsentierte Voodoo-Ritual schnell unterminiert wurde, und natürlich will man in einem Killerpuppen-Film auch 'ne Killerpuppe sehen, und in einem Streifen mit 'nem Unsichtbaren auch den Unsichtbaren... öh, nicht sehen, mein' ich...). Die zweite Hälfte mit knappem Body Count und wenig Action ist dann leider sehr unbefriedigend und dümmlich, der Schluss-Part törnt mit einem überflüssigen Twist ab, der die Chose unnötig in die Länge zieht, und überhaupt ist diese "Invisible Man"-Variante nach dem James Whale-Klassiker von 1933, Carpenters "Jagd auf einen Unsichtbaren" und Verhoevens "Hollow Man - Unsichtbare Gefahr" die unspektakulärste von allen, was die F/X-technische Umsetzung anbelangt. Szenen mit Fussabdrücken auf dem Teppich und Messern und Knarren, die von alleine in der Gegend rumfliegen, reißen einen heutzutage halt nicht mehr wirklich vom Hocker...
6/10