Review

BlutgerInsel


In wie vielen „Schlechtenlisten“ habe ich „Fantasy Island“ letztes Jahr gesehen - da waren die Erwartungen automatisch nahe Bodenhöhe. Blumhouse macht aus einer familienfreundlichen TV-Serie aus den 70ern ein hochglänzendes Gruselabenteuer?! Das konnte auf dem Papier und alle Unkenrufe unterstützend eigentlich nur schief gehen. Tja, und dann wurde ich doch positiv überrascht. Mehr als das. „Fantasy Island“ hätte ich auch komplett ohne Erwartungen und Vorwissen besser gefunden, als er jedes Recht hätte... In der (milden) Horrorversion der beliebten Kultshow kommen einige hübsche junge Menschen auf die mysteriöse, wunscherfüllende Insel. Doch schnell entwickeln sich ihre Wünsche und Sehnsüchte von lebensechten Träumen zu unangenehmen Schäumen und Alpträumen...

„Fantasy Island“ ist eine sehr unterhaltsame, campige bis trashige Mischung, die eigentlich nicht funktionieren dürfte, für viele dies ja wie gesagt auch nicht tat - die mich aber dennoch durchgehend solide unterhalten hat. Ein paar Wendungen und Rätsel sind zu viel und fühlen sich ungeplant, heterogen an. Doch ansonsten geht die Rechnung aus feiner Kulisse, sexy Menschen und nie ausrechenbaren Szenarien erstaunlich gut auf. Die einen feiern wilde Parties mit Supermodels und geraten dann in eine Geiselnahme, der andere wünscht sich in den Krieg, wieder eine andere will der Schulmobberin von damals genüsslich eins auswichen, Partykomödie, Kriegsdrama, Torture Pörnchen - und die Insel, wie eine Mischung aus „Wishmaster“ und „Lost“, hat das Zeug dazu, all das möglich zu machen. Aber man soll natürlich aufpassen, was man sich wünscht, denn nichts kommt ohne Gegenleistung oder Haken aus... Eine bunte Tüte Entertainment. Nicht zu ernst nehmen. Einfach genießen. Nur Hülle. Aber was für eine. Guilty Pleasure-Luxusresort. 

Fazit: schöne Aussichten auf schöne Menschen und schöne Landschaften. Dazu eine augenzwinkernde Mischung aus „Jumanji“, „Escape Room“ und eben „Fantasy Island“. Überraschend unterhaltsam. Selbst wenn einige Wendungen sehr erzwungen und spontan rüberkommen. Dennoch bei Weitem nicht der „Flop des Jahres“, zu dem er an vielen Stellen hochgeschaukelt wird. Witzig und fetzig. Fast etwas retro und mit Spuren eines Kultfilms. 

Details
Ähnliche Filme