Review
von Leimbacher-Mario
Hundehaar im Wind
Es hat einen mutigen Hund aus dem Computer gebraucht, um Harrison Ford aus seinem Autopilot zu holen... „Ruf der Wildnis“ erzählt die Entwicklung eines ganz besonderen Vierbeiners, vom verwöhnten, fast verzogenen Luxuswauwau bis zum Rudelanführer in der rauen Natur...
Basierend auf dem berühmten und schon oft verfilmten Buch, ist „The Call of the Wild“ eine Hundereise vor viel Greenscreen, ohne echte Hunde, mit kitschigem Voice Over und typischen Disneyklischees. Dabei war es original noch gar keine Disneyproduktion. Dass der Film meiner Meinung nach weder vom Look noch der Atmosphäre und dem Geist seiner Vorlage gerecht wird, kommt oben drauf. Es ist schön, Ford mal wieder engagierter zu sehen und auch künstliche Hunde können kurzzeitig süß, knuffig und lustig ausschauen. Doch insgesamt hat mich „The Call of the Wild“ nie in seinen Bann gezogen. Falls er sowas überhaupt besitzen mag. Total kaltgelassen eher. Die Darsteller sind gut, Bucks Entwicklung griffig und heldenhaft, es gibt ein paar Tränendrückerszenen, krachende Actionsequenzen auf und sogar unter dem Eis. Aber für meinen Geschmack hauen allein die künstlichen und viel zu glatten „Blickfänge“ an jeder Ecke, in jedem Hintergrund, an nahezu jedem Charakter die Briketts krachend ins Feuer. Manchmal spektakulär und eigentlich hübsch. Irgendwie aber vor allem seelenlos.
Fazit: ich mag keine CGI-Hunde. Buck ist da keine Ausnahme, eher ein perfektes Beispiel. Und dennoch hat „The Call of the Wild“ seine süßen, verspielten und abenteuerlichen Seiten. Insgesamt bleibt er jedoch arg behäbig und extrem artifiziell. „Togo“ ist in jeder Beziehung besser.