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Sein Gerechtigkeitssinn hat den ex-Cop Spenser (Mark Wahlberg) für 5 Jahre hinter Gitter gebracht; gerade wird er wieder entlassen, nachdem er seine Strafe abgesessen hat. Geläutert ist er freilich keineswegs, sondern macht genau da weiter, wo er vor 5 Jahren aufgehört hat: Einen vertuschten Mordfall aufzudecken. Damals war die Tochter einer älteren Dame, die sich von Immobilienhaien nicht vertreiben lassen wollte, ermordet worden, aber das Morddezernat ermittelte gar nicht sondern legte den Fall zu den Akten. Spenser suchte daraufhin den leitenden Ermittler Captain Boylan zuhause auf und verdrosch ihn, was ihm die 5 Jahre einbrachte. Nun ist er wieder draußen und findet Quartier beim älteren Henry (Alan Arkin), der allerdings in der Zwischenzeit einen Untermieter (Winston Duke als Hawk) aufgenommen hat; außerdem muß er sich der Vorwürfe seiner Ex-Freundin Cissy (Iliza Shlesinger) stellen oder besser entziehen, denn die temperamentvolle Dame hat noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen. Viel zu regeln also schon am ersten Tag in Freiheit, und zu allem Überfluss wird genau jetzt auch jener Captain Boylan ermordet, ein Umstand, der Spenser sofort wieder ins Visier der Fahnder rücken läßt...

Die Story um den rechtschaffenen ex-Cop, der unbedingt seinen Willen durchsetzen muß und eine weitreichende Verschwörung um korrupte Machenschaften in polizeilichen Führungskreisen aufdeckt, ist nicht wirklich neu und auch schon besser verfilmt worden; tatsächlich basiert Spenser Confidential auf einer gleichnamigen Romanfigur, die in den Achtzigern bereits als Serie verfilmt wurde. Dieser Streifen, der nun die fünfte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Peter Berg und Darsteller Mark Wahlberg darstellt, orientiert sich lose an den Vorbildern.

Spenser, der Einzelkämpfer aus und in Boston, tut sich mit seinem neuen Zimmergenossen Hawk zusammen, einem hünenhaften Afro-Amerikaner, dem er in einem Box-Center erst einmal Kampf-Taktiken beibringt; danach aber sammelt er Spur um Spur zusammen und die beiden geben ein gutes Team ab. Die korrupten Cops sind in der Zwischenzeit jedoch auch nicht untätig und sabotieren deren Beweissuche, aber der fitte Wahlberg kann sich auch gegen mehrere Angreifer durchsetzen. Diese zeitweiligen Prügeleien haben stets einen gewissen Show-Charakter, wie Wahlberg überhaupt ab und zu den einen oder anderen lässigen Spruch rausläßt und auch seine Mitstreiter nicht auf den Mund gefallen sind.
Während Hawk also beispielsweise einem Bösewicht mit dem Messer einen Katzenkopf in dessen Sportwagen ritzt, kann Spenser seine Cissy nur durch eine schnelle Nummer auf dem Klo besänftigen. Diese und andere Szenen sind leicht konsumierbar, nehmen sich selbst nicht allzu ernst und lassen vor allem keinerlei Zweifel daran aufkommen, daß Spenser am Ende einen unschuldigen Polizisten rehabilitiert und die Bösen zur Strecke gebracht haben wird. Ein unterhaltsames Action-Filmchen ohne Tiefgang, von dem allerdings auch nicht allzu viel im Gedächtnis haften bleibt: 6 Punkte.

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