Review

Inhalt:
James Bishop (Matt Stasi) tritt seine Stelle als Assistenzarzt im Bereich Psychiatrie in der St. Andrews Anstalt für Geisteskranke an und ist voller Tatendrang sein Können unter Beweis zu stellen.
Auch Privat sieht es für James gut aus, will er doch schon bald seine große Liebe Lauren (Julia Lee) vor den Altar führen.
Nach seinem Eintreffen in der Anstalt (und einem Zwischenfall mit einem der gewalttätigeren Insassen und dessen Arzt) lernt James Dr. McCort (Bruce Payne), den Leiter der Nervenklinik, kennen.

Dieser führt James zunächst durch die verschiedenen Abteilungen der Anstalt wobei James u. a. Oberschwester Hellen (Tracy Scoggins) kennenlernt.
Obwohl McCort eigentlich vorhatte James zunächst einfache Fälle zu übertragen erklärt er sich doch dann gönnerhaft dazu bereit dem Neuling die etwas schwereren Patienten zu überlassen. Dazu kriegt James noch den Pfleger Smithy (Tommy Lister), der blind ist (!!!), als rechte Hand zur Seite gestellt.

Doch schon bald merkt James das in St. Andrews etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist:
Viele Insassen berichten von einem Dämon der ihre Seelen holt und dazu kommt das McCort nicht besonders große Ambitionen hat den Patienten wirklich zu helfen: Für ihn sind diese Menschen nicht heilbar sondern können nur, so gut es geht, versorgt und behandelt werden.
Schließlich findet James einen Patienten, der ihn schon vorher gewarnt hat, mit einer seltsamen Verbrennung auf der Brust tot auf.

Er beginnt Nachforschungen anzustellen und zu seinem Entsetzen muss James erkennen das hinter dem Gerede der Insassen von einem Dämon keine Wahnvorstellungen stecken:
In St. Andrews treibt ein Satanskult sein Unwesen der einem Dämon (Roger W. Morrissey) immer wieder Opfer bringt... .

Meinung:

Hellborn (OT: Asylum of the Damned) ist für manche Genrekenner bestimmt nicht wirklich ein besonders guter oder spannender Horrorfilm.
Besonders Trashfans kann ich den Film aber nur empfehlen.
Denn schlecht ist Hellborn nicht wirklich: Der Drehort der Anstalt mit seinen dunklen Korridoren, dem düsteren Keller und den monotonen Aufenthaltsräumen für die Patienten strahlt eine gelungene Atmosphäre aus.
Tatsächlich fanden die Dreharbeiten in einer richtigen Nervenklinik, dem Metropolitan State Hospital in Norwalk (L. A.), statt.

Tommy Lister (Universal Soldier, Prison -  Rückkehr aus der Hölle) überzeugt als sympathischer Pfleger Smithy während Bruce Payne (Passagier 57, Die unheimliche Macht) als zwielichtiger Oberarzt McCort schön diabolisch rüberkommt. Matt Stasi liefert eine gute Darstellung des idealistischen Dr. Bishop und auch die Nebendarsteller leisten gute Arbeit.
Weiterhin ist das Kostüm des Dämonen echt gelungenen. Hier wurde nämlich nicht mit Computereffekten, sondern einem richtigen Latexkostüm gearbeitet, was durchaus Erinnerungen an die Horrorfilme der 70-er / 80-er Jahre wachruft. Zwar ist das Erscheinungsbild des Dämonen nicht wirklich grauenhaft aber das Kostüm ist durchaus beeindruckend.

Wie schon gesagt: Hellborn ist professionell in Szene gesetzt und ein unterhaltsames B-Movie hält aber für Kenner des Horrorgenres keine großen Überraschungen bereit. Zudem ist der Film mit ca. 81 Minuten etwas zu lang geraten. 60 Minuten hätten hier gereicht die Handlung kurz und knackig zu erzählen. Auch wäre es interessant gewesen satt eines Horrorfilms einen spannenden Psychothriller oder ein Drama mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu inszenieren.

Das ist nicht falsch zu verstehen:
Hellborn ist gelungene B-Movie Horrorunterhaltung für zwischendurch aber der Drehort und die Schauspieler hätten sich auch für ein anderes Filmgenre geeignet. Die dt. Synchronisation der DVD von Highlight ist sehr gut.

Fazit:
Hellborn verwendet zwar altbekannte Klischees hüberzeugt aber von den Darstellern, dem Drehort und der daraus entstehenden Atmosphäre. Für jedermanns Geschmack ist der Film bestimmt nicht aber dem erfahrenen Trashfan lege ich nahe Hellborn zumindestens einmal gesehen zu haben.
Eine Ausleihe reicht hier vollkommen aus. (5,5/10)

Details
Ähnliche Filme