Review

Nach schier endlos vielen Superhelden aus Hollywood, die sich alle gegenseitig zu übertrumpfen versuchen, erscheint die Verfilmung eines indonesischen Comichelden beinahe wie eine Abwechslung. Leider konnte sich Regisseur Joko Anwar nicht für eine abgeschlossene Geschichte entscheiden, was dem überhasteten Showdown einige Sympathiepunkte kostet.

Sancaka (Abimana Aryasatya) verlor beide Eltern und wuchs auf der Straße auf. Seit jeher kümmert er sich nicht um fremde Angelegenheiten und geht Konflikten aus dem Weg. Dies ändert sich, als soziale Ungerechtigkeiten zunehmen und Menschen in seinem Umfeld um ihre Existenz fürchten müssen. Wie vom Blitz getroffen entwickelt Sancaka übermenschliche Kräfte…

Die Einstiegsphase verläuft sehr stark, da genau auf den Punkt gebracht wird, warum der Held eine üble Kindheit hatte und die Angst vor Gewitter übermäßig heftig ausgeprägt ist. Entsprechend heimst der Junge in den ersten Minuten sämtliche Sympathien ein, was ein brauchbares Fundament für den Zeitsprung von rund 15 Jahren markiert, als Sancaka mittlerweile als Wachmann arbeitet, während Mafia-Boss Pengkor seinen teuflischen Plan für die Stadt initiiert. Leider laufen die Plots von Gut und Böse aneinander vorbei und erst in den finalen Minuten gibt es kurze Berührungspunkte, die dann auch gleich auf eine Fortsetzung mit komplett neuer Gewichtung hindeuten.

Auf der Habenseite ist die Action in Form zahlreicher Prügelszenen recht gut verteilt. Aufgrund einiger langer Takes entfaltet sich eine ordentlich durchdachte Choreo, wobei es insgesamt an Dynamik und Akrobatik mangelt. Viele Schläge und Tritte wirken etwas schlaff, was der eher harmlose Einsatz an Gewaltspitzen deutlich unterstreicht. Speziell bei einigen Massenszenen behält die Kamera einen souveränen Überblick, während der Score passabel antreibt.

Der Mangel an emotionaler Tiefe macht sich im Verlauf ebenfalls ein wenig negativ bemerkbar, - vor allem im Vergleich zum eher gefühlvollen Einstieg. Zudem mischen gegen Finale Figuren mit, die quasi aus dem Hut gezaubert werden und auch auf die wenigen übermenschlichen Fähigkeiten des Helden mithilfe von Blitzen wird kaum eingegangen.

Das einigermaßen flotte Tempo, der häufige Wechsel von Schauplätzen und einige leichte Humoreinschübe kaschieren nicht den wenig charismatischen, schwach kostümierten Helden, dessen Mission insgesamt zu wenig Spannung schürt. Der Geschichte mangelt es an Drive und lediglich die Action rettet vorm kompletten Mittelmaß.
Knapp
6 von 10

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