In einem New Yorker Krankenhaus tragen sich kannibalistische Aktivitäten zu, deren Ursprung auf einer Insel begründet liegt. Also begibt sich eine Expedition dorthin auf die Reise und sieht sich bald nicht nur mit Kannibalen, sondern auch mit Zombies konfrontiert.
Der Titel "Zombies unter Kannibalen" lässt das Herz eines Gönners beider Genres wie mir höherschlagen. "Hmm, Zombies und Kannibalen zusammen in einem Film," denkt man sich "was soll da noch schiefgehen?". Doch die Ernüchterung kommt spätestens, wenn der Abspann nach ca. 80 Minuten über den Bildschirm flimmert. Da hätte man nun wirklich mehr draus machen können, ja wenn nicht sogar müssen.
Die Story ist die eines typischen Kannibalenfilms, nur dass halt am Ende noch ein Mad Scientist hinzukommt und zwischendurch eine handvoll Zombies durchs Bild flanieren ohne für wahrhafte Untotenaction zu sorgen. Dazu kommen Dialoge ohne Realitätsnähe, die stellenweise fürchterlich nachsynchronisiert wurden (zumindest auf der DVD von Dragon Entertainment) und Ungereimtheiten in der Geschichte, die sich mir bis heute nicht erschlossen haben (Wie haben die Experimente des Doktors die Eingeborenen zurück zum Kannibalismus geführt und warum breitet sich dieses Phänomen bis nach New York aus?), aber ich habe auch während des Streifens recht bald mein Hirn abgeschaltet, um wenigstens Spaß an dem Filmchen zu haben.
Bevor ich es vergesse: Zu Gute halten muss man dem Film auf jeden Fall, dass in ihm kein einziges Tier getötet wurde, wie es trauriger Weise in vielen anderen Kannibalenbeiträgen der Fall ist.
Auch die Effekte lassen mich nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen hinreißen, denn überzeugen können meiner Meinung nach nur die zwei Kehlenschnitte. Bei den Fressszenen der Kannibalen oder dem Zusammentreffen eines Zombiekopfes mit einem Außenbordmotor (wo ist meine Kassierer CD, wenn man sie braucht?) wirkt das Ganze eher unausge-gore-n. Belustigend ist es, wenn eine Person aus dem Fenster eines Krankenhauses in die Tiefe stürzt und die hierfür verwendete Puppe beim Aufprall einen Arm verliert, der beim Gegenschnitt auf die am Boden liegende Person wieder da ist, wo er hingehört.
Die Darsteller bekleckern sich ebenfalls nicht mit Ruhm, zumindest ist mir nach Tagen des Genusses dieses Filmes keiner der Mimen mehr in Erinnerung geblieben. Die Kannibalen geben sich immerhin mit ihren mit Mehl bestreuten Haaren alle Mühe möglichst eingeboren auszusehen und die Zombies können es in den wenigen Einstellungen, in denen sie zu sehen sind, nicht unterlassen, zu zwinkern ebenso wenig wie es die Toten schaffen, ohne Regungen liegenzubleiben, wie man es von echten Leichnamen gewohnt ist.
Hinsichtlich des Spaßfaktors kann dieses Werk auf jeden Fall überzeugen, wenn auch unfreiwillig. Humoristischer Höhepunkt ist für mich das Finale, in dem der verrückte Arzt seinen Gefangenen alle Zusammenhänge erklärt und sich selbst in den Himmel lobt und gelungen ist ebenso die Szene, in der er einem weiblichen Opfer auf dem OP-Tisch die Stimmbänder durchtrennt, da ihm ihre Maulereien hinsichtlich der bevorstehenden Umwandlung zum Zombie auf die Stimmung schlagen.
Insgesamt bin ich gegenüber diesem Crossover sehr zwiegespalten, denn meine Erwartungen waren hoch und wurden nicht erfüllt. Auf der anderen Seite macht der Streifen durch seinen hohen Trashfaktor einen Heidenspaß. Also sollte man entgegen dem Titel keinen blutdurchtränkten Zombieshocker erwarten, sondern sich auf Klamauk einstellen und einem unterhaltsamen Abend steht nichts mehr im Wege.