ZOMBI HOLOCAUST, der noch unter einer ganzen Reihe von weiteren Titeln bekannt ist, stellt den Versuch dar, zwei gegen Ende der 70er sehr beliebte Genres zu verschmelzen: Zombies und Kannibalen sollten in EINEM Film vorkommen (außerdem noch mit von der Partie: ein Mad Scientist, der für den Alternativtitel DR: BUTCHER verantwortlich sein dürfte).
Wer sich jetzt auf eine reich garnierte Schlachtplatte freut, kann sich den Film getrost reinziehen, zart besaitete Menschen, die es gar nach soetwas wie einer Handlung verlangt, sollten dieses Machwerk jedoch tunlichst meiden.
Denn außer mehr oder weniger gelungenen Splatter- und Make-up-Effekten hat der Film fast nichts zu bieten. Da werden Leichen zerteilt, Menschen ausgeweidet, Augen rausgepopelt und ein Zombiekopf mit einem Außenbordmotor behandelt, Kehlen durchgeschnitten und dergleichen mehr. Dazu darf sich das Ohr an überlauten Geräuscheffekten ("AAAAARGHHHH" "GLITSCH") und netter Urwald-Bongo-Musik erfreuen.
Schauspielerische Leistungen sind nicht zu erkennen, die Hauptdarstellerin läuft entweder gelangweilt im Dschungel herum oder zieht sich gelangweilt an und aus; gegen Ende des Films kriegt sie von den Eingebohrenen ein Body-Painting verpaßt, wodurch sie auch nicht besser aussieht.
Die Zombies und Kannibalen und der irre Arzt wursteln ebenfalls reichlich unmotiviert vor sich hin.
Und weshalb die Kannibalen am Anfang in New York Leichenteile klauen weiß wohl nur Sexklamotten-Regisseur Marino Girolami ("Flotte Teens"), der sich hinter dem Pseudonym Frank Martin verbirgt (vielleicht war ihm der Film selber peinlich), und dem wohl keine gescheite Motivation für eine Urwald-Expedition eingefallen ist.
Zur Ehrenrettung dieser formalen und inhaltlichen Katastrophe muß jedoch erwähnt werden, daß sich gerade wegen der erwähnten Unzulänglichkeiten ständig soetwas wie unfreiwillige Komik breitmacht (erhöhter Bierkonsum unterstützt diesen Effekt noch), wodurch dem Film ein gewisser Unterhaltungswert nicht abgesprochen werden kann. Gerade deswegen (und natürlich auch wegen des reißerischen deutschen Titels) dürfte das Machwerk auch gewissen Staatsanwälten gefallen haben, die es wohl bedenklich fanden, daß man sich o.g. Sadismen nur so zum Spaß anschaut.
Andererseits ist ZOMBI HOLOCAUST einfach kein ernstzunehmender Film und es ist traurig, daß sich in einer Demokratie in der laut Grundgesetz keine Zensur stattfindet Gerichte mit solcherlei Schund beschäftigen müssen.