Nachdem 1978 Romero's Dawn of the dead entstand und 1979 Lucio Fulci seinen italienischen Zombiebeitrag mit seinem Woodoo ablieferte, entstand ungefähr zur gleichen Zeit dieser Zombie - Kannibalen Crossover von Girolami, der damit wohl auf den erfolgreichen Zug aufspringen wollte. So hatten Kannibalenfilme und auch Zombiefilme zu dieser Zeit Hochkonjungtur, warum diese beiden Elemente also nicht in einem Film verbinden? Wäre doch innovativ. Das ist auch weitaus gelungen, überzeugt aber weder durch die Story, die viele viele Logiklügen aufwirft sondern eher durch die trashige Inszenierung die beherzt zur unfreiwilligen Komik führt. Dies wird weitaus verstärkt, da sich dieser Film absolut steinernst nimmt.
Die Story ist so einfach wie bescheuert und handelt vielmehr von einer klassischen Kannibalenstory. In einem New Yorker Krankenhaus geschehen seit geraumer Zeit merkwürdige Dinge. Es verschwinden Körperteile von Leichenteilen. Als die Spur, dann auf einen asiatischen Hilfsarzt führt und sich dieser bei seiner Entlarvung aus dem Krankenhausfenster stürzt, nachdem er einer Leiche das Herz entnahm und daran rumknabberte, findet man ein mysteriöses Zeichen auf der Brust. Eine Ärztin, die auch zufällig Menschen - bzw. Völkerkunde lehrt, vermutet einen Zusammenhang mit einer primitiven Völkergruppe auf den Molukeninsel die sich Kitu nennen und Kannibalismus fabrizieren. Laurie, die Antropopolgin, kennt sich mit diesem Thema gut aus, so wird sie kurzerhand auf einen Trip auf die Insel mitgenommen, wo man diesen Fällen nachgehen soll. Auf einer entfernteren Insel werden sie von Dr. O. Brian empfangen, bei deren Ankunft aber Laurie durch einen abgetrennten Schädel im Bett merken muss, dass sie hier unwillkommen sind. Dies ist eine von vielen Logiklücken im Film, die oftmals zum Lachen anregen? Woher wussten die Kannibalen, dass sie sich dort befinden? Nunja, am nächsten Tag begeben sich die Abenteurer auf die Kituinsel, begleitet von einem Schiffsfahrer und 3 Eingeborenen, nach einem Maschinenfehler am Boot, sind diese aber gezwungen auf einer anderen Insel zu übernachten. Nachdem, einer der Eingeborenen, in nächtlicher Dunkelheit das Camp verlässt, und ein klägliches Schreien ertönt, weiss die Gruppe schon, dass man sich auf Kitu befindet, nachdem man am nächste Tage die verstümmelte Leiche in den Büschen auffindet. Warum sich die Abenteurer beschweren, dass man sie auf eine falsche Insel gebracht hat, wundert mich? Sie wollten doch nach Kitu und waren sich auch sicherlich ihrer Gefahr bewusst. Ein weiterer von vielen Logikfehler. Irgendwann, nach vielem Umhergekreuze und dümmlichen Fehlern überlebt der harte Kern der Gruppe, Laurie und dessen Begleiter, welche alsbald merken, dass O' Brien sich als Mad Scientist entpuppt und die Eingeborenen, mit denen er sich scheinbar verbündet hat, nach derem Tot in Zombies umwandelt. Doch die Kannibalen fürchten die Zombies, auch wenn O' Brien überlegen verkündet, das diese dankbar dafür wären. Das Finale wirft wiedermals viele Fragen auf, dadurch dass sich der Film so toternst nimmt, unterhält dies eher, solche viele Filmfehler können auch bloss in einem billigen Italoaschmuddelfilm passieren.
So entpuppt sich dieser Film, spätestens nach der ersten Szene, als wahre Trashperle, klar der Film ist staubtrocken, aufgrund der gelungenen, aber dennoch billigen Splattereffekten, auch zu seiner Zeit, wird der Film nie langweilig.
So sehen wir fast minütlich neue Schundtaten. Da werden Arme abgehackt, Bäuche aufgeschlitzt und Gedärme entnommen, Hälse aufgeschlitzt, Augen ausgedrückt, Schädeldecken aufgeschnitten und nicht zu vergessen, ein Zombieschädel mit einem Aussenbordmotor gespalten.
Die Synchro gibt ihr übriges zu dem ohnehin schon trashigen Gesamtbild dazu. Acting, Mimik und Gestik der "Darsteller" sind grauenvoll, aber passabel, da man von einem solchen Film auch nichts anderes erwartet. Eigentlich ist dieser Film, filmisch und auch technisch gesehen eine einzige Katastrophe, trotzdem bringt er es fertig einen gewissen Charme zu versprühen, weshalb man ihn mögen muss, so ist es auch die teilweise gute und bedrückende Filmmusik, die dazu beiträgt, wenn auch diese, wie soll es anders sein, fast nie zum Gezeigten dazupasst. Den Auftritt der Zombies, hätte man meiner Meinung nach noch erweitern können, insofern gestaltet sich dieser Film als lupenreiner Kannibalenfilm mit irren Wissenschaftler der Zombies erschafft. Die Zombies an sich , sind auch nicht wie in Lucio Fulcis Woodoo, irgendwelche triebgesteuerten Menschenfresser, sondern vielmehr, nach alter Tradition, Sklaven, die kämpfen können und auf ihren Schöpfer hören.
Fazit: Durchaus billiger Italo - Kannibalenfilm, der durch seine Logikfehler liebevoll trashig unterhält und auch für Gorehounds ein gefundenes Fressen ist, nicht zuletzt wäre aber auch der Film ohne diese langweilig, da alle Szenen irgendwie auf besagten Splatter hinausführen.
Rein filmtechnisch müsste ich wohl 1 - 2 Punkte vergeben, da es hier aber um persönlichen Geschmack geht vergebe ich 9/10
Anhang:
Im Film findet man viele Paralellen zum zuvor erschienenen Woodoo von Lucio Fulci, wie in diesem Review oftmals erwähnt.
So ist Zombie Holocaust auf der gleichen Insel gedreht worden. Man findet das prunkvolle Anwesen des Arztes wieder, die Thematik um den irren Arzt ist ohnehin geklaut, man sieht fast haargenau die gleichen Szenen der Dorfstrasse wieder, auch hier mit Esel und die Kirche als Lager, Fabrik oder Labor ist auch vorhanden.