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Von der Anlage her bzw. der Existenz schon erstaunliche Fortsetzung zu (I Am) Vengeance, den Regisseur und Autor Ross Boyask und sein Hauptdarsteller Stu Bennett 2018 mit scheinbar vorhandenen Zuspruch beim Publikum und finanziellen Erfolg auf die wenigen übergebliebenen Zuschauer des ansonsten in jeder Hinsicht darbenden Actiongenres 'losgelassen' haben; wenn man den Ausdruck denn nutzen kann, denn so richtig Mundpropaganda hat das Erstlingswerk und dies auch zu Recht: nicht. Ein wortwörtlich kleiner Rache-Reißer britischen Ursprungs, der seinen winzigen Schauplatz im Grunde einmal begeht und dann nicht mehr verlässt, als Art äußert preiswertes Update oder auch Kopie vom Get Carter gehalten und mit einer sicherlich soliden Besetzung durch eben Bennett oder dem Antagonisten Gary Daniels und etwas landestypischen Humors und Eigenarten belegt. Daniels macht diesmal natürlich nicht mehr mit, und wird durch den anderen Schablonen-Briten Vinnie Jones ersetzt, dafür tummeln sich als weitere Darsteller einige kleinere Hoffnungen wie Jean-Paul Ly und wird die Geschichte wie folgt weitergestrickt:

Der ehemalige Special Forces Soldier John Gold [ Stu Bennett ] bekommt von seinem früheren Vorgesetzten Frost [ Mark Griffin ] den Auftrag und das Angebot, auf die Fährte des tot geglaubten Teammitgliedes Sean Teague [ Vinnie Jones ] zu gehen, der die Einheit vor Jahren bei der damals letzten Mission in Osteuropa verraten und in die Falle hat laufen lassen. Frost stellt Gold auch eine neue kleine Truppe, darunter Shapiro [ Sean Benjamin ], Kate Lynch [ Phoebe Robinson-Galvin ] und Kelso [ Jean-Paul Ly ] zur Verfügung, gemeinsam hat man den Erzfeind eigentlich auch schnell gestellt, tauchen aber nicht nur dessen Verstärkung auf, sondern auch die mysteriöse Jen Quaid [ Katrina Durden ], die eine eigene Rechnung mit Teague offen hat.

Raus aus dem 20-Seelen-Nest von dort und hinein in die Großstadt geht es hier, mal reist man sogar in den Weltraum, per Satellitenaufnahme natürlich nur, aber immerhin. Der erste Auftritt des Heroen der übliche schweiglose Alleingang in die Höhle des Löwen hinein, der erste Tote noch bevor überhaupt ein Wort auf der Tonspur ertönt und dann folgen in Sachen Leichen gleich noch zwei, drei, vier mehr. Die typische Einsilbigkeit des Genres, in dem die Maskulinität allein und die Körperkraft, vielleicht noch die Kampfkunst, hier dann auch der Umgang mit den Waffen am meisten und danach nicht mehr viel kommt und auch nicht mehr viel zählt.

Der Auftrag ist schnell gesetzt, ein knappes Briefing, wird Bennett hier allerdings nicht mehr nur als Ein-Mann-Armee, sondern Teil eines Teams, mit seiner Führung und seiner Verantwortung natürlich, aber dennoch mehr oder minder in einem Ensemble gesetzt und porträtiert. "A Team can be a liability. Teague taught me that." Der Film ist gleichzeitig schneller als der Vorgänger, direkter im Ansatz, fülliger auch mit und hier wie dort mit britischem Humor durchsetzt, die Bilder nicht so gelb-krank gehalten, obwohl auch hier keine richtigen kräftigen Farben, aber auch keine überdreht wirkenden Filtrierung, sondern ein blasses Grün und Grau und Schwarz regieren.

Ein halbes Team geht erstmal nur in den Einsatz, drei Mann, die die Wachen ausschalten und in einen abgeranzten militärischen 'Bunker' irgendwo in der englischen Pampa einmarschieren und in diese zerfledderte Baracke bis zum Aufeinandertreffen auf nicht gerade treffsicheren Schergen herumspazieren. Ein bisschen Waffensprache, ein bisschen Nahkampf, ein Scharfschützenattentat bei der Evakuierung und eine Verfolgungsjagd durch die Prärie, alles nicht so richtig überzeugend oder gar überwältigend, aber immerhin schön, dass wenigstens Einsatz und Bewegung existiert. Was nicht vorhanden ist, und scheinbar auch auf Deibel komm raus nicht seitens der Inszenierung erzeugt werden kann, weder durch Kamera noch  Montage im Schnitt, ist ein akutes Tempo, das Geschehen entwickelt dadurch auch keine Bedrohungslage, zumal man bei der Autohatz durch die Landschaft gefühlt keine reelle Geschwindigkeit erzeugt und selbst bei durchgedrücktem Gaspedal tatsächlich langsam und behäbig, wie im Schritttempo wirkt. Auch das gelangen in eine Sackgasse wird lang und breit verbal diskutiert, auf verharrt man quasi auf dem Präsentierteller (einer schussbereiten RPG seitens des maskierten Angreifers) und ergreift man erste Maßnahmen (der Flucht) nicht vor dem Einschlag selber, sondern (Sekunden) hinterher. Aktion und Reaktion stehen oft in keinem Einklang; was sich auch so durchzieht, und ab und an auch albern oder zumindest unbeholfen in der Präsentation, wie bisweilen amateurhaft wirkt.

Bei den Kampfszenen funktioniert das Ganze etwas besser, aufgrund durchaus sichtbarer Fähigkeiten bei den und Einsatz der Kombattanten, allerdings wird auch dort oftmals unnötig Pausen zum Debattieren eingelegt oder die Szenen selber situativ absurd eingeleitet oder auch beendet, die geringe Zahl der Anwesenden und die eingeschränkte Örtlichkeit verleitet die Dramaturgie zu vielen Ausreden, den Final Kill oftmals hinauszuzögern oder für den Moment ganz auszusetzen; der Film ist nahezu von Beginn an schon gestellt wirkend, eine Art visuelle Trainingseinheit und so ohne jede Glaubwürdigkeit.

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