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Eine Alternative zu den zahlreichen Marvel-Verfilmungen fällt einem Laien als solche gar nicht mal so auf. Keine gute Vorraussetzung also für Hauptdarsteller Vin Diesel, der aus dem Projekt „Bloodshot“ am liebsten ein Franchise machen würde.

Elite-Soldat Ray (Diesel) fällt nach einem erfolgreichen Einsatz einem Attentat zum Opfer und erwacht im Forschungsinstitut von Dr. Harting (Guy Pearce). Mithilfe von Nanotechnologie konnte er reanimiert und zum nahezu unverwundbaren Soldaten modifiziert werden. Doch als Rays Erinnerungen zurückkehren, will er sich an seinem Mörder rächen…

Nach dem obligatorischen Einstieg des erfolgreichen Einsatzes folgt die Handlung alsbald dem Schema „täglich grüßt der Universal-Soldier“. Mehrfach wird die Kampfmaschine nach erfolgreichem Einsatz in die Zentrale zurückgeholt und es werden erneut Bilder der Erinnerung eingespeist, was schließlich zu einem Twist führt, der für den Rest des Verlaufs jedoch ohne Belang ist. Hauptsache, Ray kann wüten.

Dabei fährt der Streifen von Regiedebütant Dave Wilson ein nahezu latent ordentliches Tempo, während die Action auf optischer Ebene an die eines Michael Bay erinnert: Protzig, aber irgendwie auch ein wenig trashig. Allerdings auch bewusst comichaft überzogen, wenn Superkräfte dazu führen, dass Gegner mitsamt eines Fahrzeuges weggeschleudert werden und ein halb zerfetztes Gesicht in Windeseile regeneriert wird. Der Übergriff in einem Tunnel mit Rotlicht und Tonnen von Mehl erzeugt durchaus Atmosphäre, während es bei einem grotesken Fight in einem Außenfahrstuhl recht turbulent hergeht.

Die regelmäßig eingestreuten CGI können sich definitiv sehen lassen, gleiches gilt für Eiza González, die als Quotenfrau eigentlich nur eine gute Figur machen muss. Deshalb lässt man sie erst einmal ausgiebig unter Wasser performen, wobei die speziellen Fähigkeiten im weiteren Verlauf kaum eine Rolle spielen. Vin Diesel mimt indes zurückhaltend mit einem halben Gesichtsausdruck, den Rest der Zeit schlafwandelt er. Körperlich nimmt man ihm den Betonpanzer allerdings jederzeit ab.

Auch wenn die Anflüge von Humor meistens daneben gehen und die Story gegen Ende reichlich strauchelt, reicht es, um den Sci-Fi-Actioner durchweg kurzweilig erscheinen zu lassen. Es ist genügend Bewegung im Spiel und anstatt auf irgendwelche technischen Hintergründe einzugehen, lässt man versierte Computereffekte sprechen.
Beileibe kein anspruchsvolles Ding und auch nicht sonderlich markant, doch zum einmaligen Berieseln langts.
Knapp
6 von 10

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