Vin Diesel kehrt zurück zu den Genre-B-Movie-Wurzeln, die ihm vor 20 Jahren mit PITCH BLACK zum Durchbruch verholfen haben. Ging sein stoischer Charakter damals noch als starker Stereotyp durch, regiert BLOODSHOT ein einziges Klischee.
Afrika: Supersoldat Diesel erledigt im Alleingang ein ganzes Haus voller Feinde. Italien: Supersoldat Diesel im weißen Feinripp nimmt seine attraktive blonde Frau in den Arm. Kühlhaus: Bösewicht tänzelt bedrohlich auf gefesselten Supersoldat Diesel zu, während der eigens dafür aufgestellte Ghettoblaster „Psycho Killer“ spielt. Und das waren die ersten 10 Minuten des Films.
Damit könnte man BLOODSHOT eigentlich gleich als trashige ROBOCOP-TERMINATOR-Variante abtun. Wenn ein Twist am Ende des ersten Akts nicht doch zumindest ein wenig Drehbuchintelligenz vermuten ließe. Allerdings ist damit der Anspruch, etwas mehr als einen Durchschnittsactionklon zu fabrizieren, auch schon erfüllt und der Rest wird mit viel mittelmäßigem CGI und ein paar annehmbaren Actionszenen Marke Michael Bay bestritten.
Guy Pearce nimmt seine Rolle viel zu ernst und Lamorne Morris (NEW GIRL) ist als Comic Relief völlig fehl am Platz. Das Ende lässt befürchten, dass das Ganze als weiteres Franchise angelegt ist. Dann bitte lieber UPGRADE 2.0, Leigh Wannell hat für dieses genre deutlich mehr Talent.