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Es hat ein paar Jahre gedauert, bis der Filmschaffende Alexander Franz nach einigen Kurzfilmen sein Langfilmdebüt feiern konnte, wobei mit einer Laufzeit von 51 Minuten nicht von einem abendfüllenden Spielfilm zu sprechen ist. Er und sein Regiekumpel Thomas Herr machen aber eines grundlegend richtig: Sie nehmen ihren Stoff nicht allzu ernst und sind sich ihrer Schwächen vollends bewusst.

Als Ronny und Frau Charlet nebst zwei Kumpels beim Videoabend sind, erhält er auf anonyme Weise eine Videokassette: Seine Schwester ist augenscheinlich in Not und Ronny erkennt das Gebäude, in dem das Video aufgezeichnet wurde. Rasch bewaffnet sich das Quartett und landet im Wald auf dem Weg zum besagten Haus und prompt trifft man auf blutrünstige Zombies…

Zuweilen ist es von Vorteil, seine Protagonisten stillschweigend handeln zu lassen, wodurch der Auftakt mit drei Templern und einem Blutopfer gar nicht so übel rüberkommt. Selbstverständlich ist der Look amateurhaft, trotz variabler Perspektiven finden sich einige harte Szenenübergänge und mit gelernten Schauspielern hat der Stoff überdies rein gar nichts am Hut. Da versuchen die Laien erst gar nicht die fränkische Mundart zu verschleiern, was anderweitig sympathisch erscheint. Dennoch sind die Dialoge aufs Notwendigste reduziert.

Denn im Vordergrund stehen klar diverse Splattereinlagen Marke Hobbykeller. An diversen Fressszenen hatten die Macher offenbar verstärkt Freude, denn nicht selten wird auf undefinierbarem Zeug herumgekaut, Gekröse entfernt, die eine oder andere Machete im Schädel platziert oder der Untote wird direkt enthauptet. Natürlich so, dass in einer Szene zum Schlag ausgeholt wird und etwas Latexklumpatsch in der nächsten am Boden kullert. Ebenso klar ist, dass die Feinde eher sanft zur Seite befördert werden, - man will ja beim Dreh nicht wen verletzen.

Überraschenderweise vermag die Geschichte gar zwei kleine Twists unterzubringen, während der Hintergrund der Untoten anhand eines Rituals veranschaulicht wird, was auf dramaturgischer Ebene etwas zu spät eingeschoben wird. Gut ist anbei eine Szene mit auf Feldern verteilten Untoten und schön ist auch die Tatsache, dass mitten im Wald ein betriebsbereiter Benzinrasenmäher steht, der allerdings nur einmal zur Gegenwehr zum Einsatz kommt. Ohnehin ist es hier Brauch, benutzte Waffen sogleich wegzuwerfen, damit direkt die nächste zum Einsatz kommt.

Letztlich ist der weitgehend sauber abgestimmte Score auf der Habenseite vorzufinden und aufgrund einiger Schauplatzwechsel wird es im Wald nie langweilig, zumal ein Abrisshaus und eine Art Mausoleum einigermaßen markante Eckpunkte bilden.
Die Amateurproduktion macht nie einen Hehl aus ihren Wurzeln, doch die Macher sorgen kontinuierlich für den einen oder anderen Schmunzler, was sie kurzweilig und gleichermaßen charmant erscheinen lässt.
6 von 10

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