Kurz nach dem Ende der Ära Spencer/Hill hatte Terence Hill einer seiner seltenen Auftritte mit seinem Adoptivsohn Ross Hill, der tragischerweise bei einem Verkehrsunfall 1990 ums Leben kam.
Das ändert nichts an meiner Kritik, das er in der Filmrolle des Flegels Matt an der Seite von Hill senior nicht hundertprozentig überzeugen kann, es sei denn, er schwingt gekonnt sein Butterfly-Messer. Das muss er leider auch öfter tun, denn Pferdeliebhaber Luke (Terence Hill) hat auf seiner Mission allerhand zu bewältigen. Nicht nur, dass er auf eben diesen Matt aufpassen soll, Matt's Vater hat ein weiteres Problem: Er sitzt im Knast und bitte Luke, sich um Länderein zu kümmern, die er beim Pokern gewonnen hat. Natürlich interessieren sich auch andere Schurken für dieses Fleckchen Land namens „Green Heaven".
Der Film schildert zum Großteil die Reise zum Ziel und kann damit eigentlich als Roadmovie bezeichnet werden. Erst zum Schluss hin kommt es zu einer direkten Auseinandersetzung, und bis dahin gibt's auch nur kurze Hill-mäßige Prügeleinlagen. Zudem pendelt der Film ständig zwischen Leerlauf und Gagtüpfelchen, die allerdings durchaus für Lacher sorgen. Meine Lieblingsstelle ist immer noch die Truckerverarsche, die uns gleich zwei Mal serviert wird (Erst Frontscheibe vom Truck einschmeißen, dann Panne vortäuschen, Trucker laufen zu Fuß zum Übeltäter, diese fahren plötzlich los, diese rennen hinterher, stoppen, fahren los...). Auch die Bekanntschaft mit einer Motorradgang ist unterhaltsam und für den Ausgang der Story sogar notwendig, denn als der Oberschurke unseren beiden Helden an den Kragen will, zeigt es sich wieder einmal, wie wichtig eine Rockerarmee sein kann...
Fazit: „Renegade" bietet Hill-Fans nichts Neues, für alle anderen erst recht nicht. Einige Längen im Film verhindern eine höhere Bewertung.