Als Duo waren Terence Hill und Bud Spencer unschlagbar, doch bei ihren Soloprojekten hatte Spencer meist die Nase vorn. Nach "Die Miami Cops" trennten sich die Beiden vorerst, um es sieben Jahre später im ziemlich mäßigen "Die Troublemaker" ein letztes Mal zu versuchen. Hill hatte dazwischen nicht allzu viel zu tun, sein "Renegade" schafft es immerhin in die Kinos. Mit Enzo Barboni Clucher (Zwei bärenstarke Typen, Zwei außer Rand und Band) sitzt ein alter Bekannter auf dem Regiestuhl, welcher ohne jede Chance gegen ein maues Drehbuch ankämpft, an dem auch Hill mitschrieb.
Der Herumtreiber Luke Mantee (Terence Hill) schuldet seinem alten Kumpel Moose (Norman Bowler) einen Gefallen. Moose sitzt im Knast und will, dass Luke auf seinen 14 jährigen Filius Matt (Ross Hill) aufpasst. Auch besitzt Moose ein Stückchen Land in "Green Heaven", doch die Idylle trügt, denn der Großgrundbesitzer Lawson (Robert Vaughn) will das gesamte Land aufkaufen, um dort ein Urlaubsgebiet zu errichten. Doch Luke und Ross geben sich nicht so einfach geschlagen, obwohl selbst die Polizei auf Lawsons Seite steht. So dauert es nicht lange bis zum ersten Schlagabtausch.
Zuviele Köche verderben den Brei und hier kritzelten gleich vier Autoren am Skript herum. "Renegade" hat schon reichlich Staub angesetzt und darf nach spassigem Beginn die Talfahrt antreten. Doch zunächst vermittelt uns Luke ein gewisses Gefühl von Freiheit, denn der Möchtegerncowboy hält sich mit kleinen Betrügereien über Wasser, dazu hat er stets ein Pferd im Schlepptau. Seine Kleidung wäscht er im öffentlichen Brunnen, er ist stets knapp bei Kasse und er tingelt ohne festes Ziel durchs Land. Eine Rolle die Hill wie auf den Leib geschneidert ist, leider nimmt "Renegade" mit dem Auftauchen des rebellischen Ross gängige Züge an. Die Beiden sich erst einmal zusammenraufen, die gegenseitigen Schlagabtäusche zu Beginn sind jedoch sehr zahmer Natur, der Humor leider reichlich veraltet. Zuerst gilt es "Green Heaven" zu erreichen, wozu unser Team eine längere Fahrt in Kauf nehmen muss. Unterwegs macht man Bekanntschaft mit zwei aggressiven Truckern, zwei Auftragskillern und einer Motorrad-Gang. So folgen kleinere Actioneinlagen in regelmäßigen Abständen, natürlich werden Luke und Ross dabei Freunde und beginnen sogar gemeinsam einige Gaunereien abzuziehen.
Doch man kann ihre Gegner nie so richtig ernst nehmen, auch nicht den reichen Lawson, welcher aber erst sehr spät auftaucht. Die Geschichte mit dem Grundstück nimmt erst in der zweiten Halbzeit ihren Lauf. Dabei verzettelt man sich noch in eine Doppelromanze, denn die religiösen Nachbarn haben sehr hübsche Töchter. Doch trotz einiger Stolpersteine unterhält "Renegade" ganz gut, was Lawson betrifft wartet sogar noch eine kleine Überraschung auf den Zuschauer. Neben ein paar solide Kloppereien hat man noch eine lange Auotverfolgungsjagd zu bieten, leider ist gerade das Finale reichlich unspektakulär. Der größtenteils altbackene Humor pendelt dabei zwischen amüsant und zu kindgerecht. Luke und Ross haben die Lage stets im Griff und geraten so nie ernsthaft in Gefahr. Insgesamt gesehen eine recht unspannende Angelegenheit, doch der immerhin schon 48 jährige Terence Hill hat immer noch sichtlich Spass ein seinem Job. Mit gewohnter Gewieftheit verkörpert er den Herumtreiber Luke, der dem Zuschauer eigentlich nur sympathisch sein kann. Hills Sohn Ross (Keiner haut wie Don Camillo, Inside The Labyrinth) kommt ein wenig zu arrogant rüber und ist hier in seiner dritten und letzten Rolle zu sehen. Er starb knappe drei Jahre später bei einem Autounfall. Robert Vaughn (River of Death, Delta Force) ist als Fiesling Lawson deutlich unterfordert.
Reichlich altbacken und sehr simpel gestrickt, höchstens für eingefleischte Hill Fans ein echter Genuss. Für den Rest ist "Renegade" eine höchst durchschnittliche Sache mit zahmen Actioneinlagen, aber einem gut aufgelegten Terence Hill.