Bei einem derart eindeutigen Titel dürften Splatterfreunde mindestens feuchte Augen bekommen, sich allerdings wundern, warum auf dem Cover ein Ralf Richter als Soldat abgebildet ist. Ein anderer Name gibt schließlich Antwort auf alle Fragen: Jochen Taubert.
Während des Amerikanischen Bürgerkriegs wird dem Südstaaten-Soldaten Brutus das Gesicht verätzt. Gleichzeitig verschwimmen bei ihm die Grenzen zwischen Gut und Böse, zwischen Verbündeten, feindlichen Soldaten und Indianern…
Der Mann aus Stadtlohn im Münsterland hat es wieder getan: Ein paar Bekannte in Kostüme geworfen und im Wald umme Ecke ein paar Szenen abgedreht. Entweder mit größtenteils halbnackten Frauen oder mit feuchtfröhlichen Gewalteinlagen, gerne auch in Kombination.
Dazu ausnahmsweise ein Off-Sprecher kurz vorm Einschlafen und ein Ralf Richter, dem zwischenzeitlich eine Tarantel hinaufkrabbelt. Einen nachvollziehbaren Kontext sucht man selbstverständlich vergebens, außer vielleicht den durchgeknallten Soldaten, der reihum alles mit zwei Beinen umnietet.
Die Kulissen geben bei alledem rein gar nichts her, wobei die angedeuteten Schlachtszenen in der ersten Viertelstunde mit relativ vielen Statisten kurzfristig okay aussehen. Danach ward das sprichwörtliche Pulver allerdings schon verschossen, mal abgesehen vom Einsatz der westfälischen Landeseisenbahn, - so zumindest steht es auf dem Wagon. Billige Kostüme, minimale Ausstattung, blöde Dialoge und schwachmatische Situationskomik durchziehen den Rest, bei dem eine gewisse Tayana Wolf, die als Indianermädchen definitiv die falsche Frisur trägt, nicht nur eine gute Figur abgibt und deshalb vor einigen Jahren bei Heidis Topmodels mitmischte, sondern auch erkennbares Talent zum Schauspielern mitbringt. Natürlich im Gegensatz zum groben Rest, der allenfalls durch maßloses Overacting auffällt.
Ansonsten findet sich die üblich miese Nachvertonung mit Bud-Spencer-Sounds genauso wie mindestens ein schlechter Gag unter der Gürtellinie. Und während man fleißig nach parkenden Autos im Hintergrund Ausschau hält und allenfalls auf umzäunte Wanderwege stößt, hangelt man sich von einer sinnlosen Szene zur nächsten, in der Hoffnung, dass wenigstens die Splattereffekte ein wenig kreativ ausfallen. Zwar gibt es viele, von Kehlenschnitte und Macheten in Schädel, Einschüssen und ausgestochenen Augapfel, doch die Qualität der Effekte liegt zwischen durchschaubar bis dahingerotzt. Zudem mischen einige CGI mit, während die titelgebende Skalpierung in nur einer Szene angedeutet wird.
Mit entsprechender Grundeinstellung (oder vielleicht mit Zuhilfenahme bewusstseinsverändernder Präparate) kann man Taubert-Filme, im Gegensatz zu Werken früherer Tage, beinahe ohne Nebenwirkungen überleben und sich sogar bei dem einen oder anderen Schmunzler ertappen. Speziell bleibt der Trash in jeder Hinsicht und einem anderen Anspruch dürfte Taubert mittlerweile auch gar nicht mehr folgen.
4,5 von 10