iHaveCNit: Master Cheng in Pohjanjoki (2020)
25.08.2020
So manch einen Film habe auch ich nicht auf dem Schirm, aber bei den Filmstarts vom 30.07.2020 ist dann über einige Wochen ein Film im Gedächtnis geblieben, der mich dann doch nach dem Trailer interessiert hat. Und so habe ich mir dann letztendlich Mika Kaurismäkis Film „Master Cheng in Pohjanjoki“ im Kino angesehen und frage mich, warum ich überhaupt so lange mit der Sichtung gewartet habe.
Der aus Shanghai stammende Koch Cheng und sein Sohn Niu Niu steigen aus einem Bus. Sie sind in der finnischen Provinz im Örtchen Pohjanjoki angekommen. Cheng trifft in der dortigen Raststätte auf die Betreiberin Sirkka. Offenbar sucht Cheng einen gewissen „Fongtron“, der niemand etwas sagt. So gewährt Sirkka ihm erst mal Obdach und Cheng bietet ihr die Hilfe in der Küche an, während er weiter nach Fongtron sucht und den örtlichen Bürgern die gesunde chinesische Küche näherbringt, scheint ihn und Sirkka mehr zu verbinden als eigentlich gedacht.
„Master Cheng ...“ ist ein sehr schöner Film, der mir sehr gut gefallen hat. Das liegt an der weitestgehend unkitschigen Erzählung der Geschichte. Optisch bekommen wir vor allem großartige Landschaftsaufnahmen der finnischen Provinz geliefert, die mit ihrer unberührten Weite und Ruhe eine tolle Atmosphäre für einen entschleunigten Urlaub liefern könnte – und mich definitiv genau wie die dort präsentierte Kultur daran erinnert in den kommenden Jahren einfach mal meinen eigenen persönlichen Urlaub in dieser Region zu verbringen. Die Geschichte nähert sich auch komplett entspannt und behutsam seinen Hauptcharakteren. Sowohl Cheng und seinen Sohn als auch Sirkka haben mit persönlichen Schicksalen zu kämpfen, die nach und nach offenbart werden und die sich nach und nach ergebende Bindung der beiden wirkt so selbstverständlich, natürlich, dezent und schüchtern, so dass ich ihnen die sich ergebende Romanze glaube, was sowohl dem Spiel von Chu Pak Hong und Anna-Maija Tuokko geschuldet ist und mit dem von Lucas Hsuan gespielten Sohn Niu Niu toll ergänzt wird. Das Aufeinanderprallen der Kulturen, vor allem wenn es um die Grundsätze chinesischer Ansätze für eine gesunde Ernährung als auch das Erleben der finnischen Kultur für Cheng geht sind auch vollkommen bodenständig eingearbeitet. Natürlich kommt es gegen Ende dann noch zu einer etwas herausfordernden Situation, die jedoch mit einer entsprechenden Leichtigkeit gelöst wird. So liefert der Film ein sehr schönes Wohlfühlkino der besonderen Sorte. Wenn man sich nicht daran stört, dass der Film auch mehrsprachig ist, dann ist der Film eine Sichtung wert.
„Master Cheng in Pohjanjoki“ - My First Look – 8/10 Punkte.