Halbherzige Genrekost
Die 70er und 80er Jahre boten einiges an Zombie und Kannibalenfilmen; die einen kultig und ins Hirn eingebrannt, die anderen leidlich unterhaltsam und schnell wieder vergessen.
"Bloodeaters" von Charles McCrann gesellt sich eher in letzteres als Genrebeitrag.
Zur Story:
Einige Marihuanaplantagenbesitzer, die im Wald hausen, geraten ins Fadenkreuz der Regierung, die dem Treiben ein baldiges Ende setzen will und die Ernte mittels Flugzeug aus der Luft aus mit einem neuartigem Gift unbrauchbar besprühen will. Dabei werden einige der Hippies selbst mit dem Pulver bestäubt und verwandeln sich allmählich zu blutgierigen mordlüsternen Gesellen, die Jagd auf Waldbesucher machen.
Klingt alles simpel gestrickt? Ist es auch! Trotzdem ist der Plot insgesamt interessant im Ansatz und erinnert nicht ungefähr an klassische und hochwertige Vorbilder wie "Dawn of the Dead" und "The Crazies", nur spärlicher umgesetzt. Man merkt dem Stab an, das wenig Budget vorhanden war, aber McCrann holte das beste raus, was rauszuholen war.
Der Score ist manchmal etwas nervig, da alles nur wie Geklimper klingt, auch die Synchro lässt etwas zu wünschen übrig und auch die Darsteller sind nicht allererste Güte. Man hat aber schon alles wirklich schlechter gesehen, beachte man den grottigen "Grossangriff der Zombies" oder eben auch Bruno Matteis "Hölle der lebenden Toten", die gegen dieses C Vehikel wie abgelutschte Pappstiele wirken.
"Bloodeaters" ähnelt vom Stil her auch wie der ebenso beschlagnahmte Slashergurkenfilm "Ausflug in das Grauen", nur eben etwas glanzvoller trotz minimaler Effekteschau und sparsam eingesetzten Blutzoll. Die Handlung zieht sich eben wie ein Kaugummi durch die eine Szenerie; Spannung wird dabei kaum bis wenig aufgebaut;bleibt auf der Strecke; es wird lieber neues Verheizmaterial in Form von neu auftauchenden "Gästen" eingesetzt, die dann ihr bestes aus der Situation machen.
Es gibt leider keinen Overkill oder ein überraschendes Finale,irgenwelche Twists oder cleveren Dialoge.
Alles in allem bleibt "Bloodeaters" überschaubare und einfache Massenwarekost aus den frühen 80ern, die auf ihre Weise zu unterhalten vermag, aber auch nicht unbedingt aus dem Rahmen fällt, kein Film über den man noch lange diskutieren müsste;am besten anschauen, über sich ergehen lassen und dann sanft vergessen lassen. Erwartet kein Popcornkino, oder spannungsgeladenen Zombiefilm, erwartet nur das Unerwartete:
No Budget Trittbrettfahrer, der auch seinen Senf zur Zombiewelle dazuschmieren wollte.
Ist die Beschlagnahme gerechtfertigt?
Eher harmloser Slasherfilm mit einem abgetrennten Gummibein und einer abgeschlagenen Hand. Ansonsten alles im Off gehalten; kaum Blut ein bisschen Halsgebeisse im Draculastil.
FSK18 reicht und gut ist!
5 / 10