Die Mitglieder eines kleinen Wanderzirkusses, alles Menschen mit besonderen Fähigkeiten, müssen nach einem Luftangriff sehen, wie sie im Nazi-Italien überleben.
Genre-Mixes können schon verdammt cool sein, wenn der Mix aber zu extrem wird, habe ich meist ein Problem mit dem Film. So auch hier mit dem Mix aus echter Grimmigkeit und dummem Klamauk.
Nach einer leichtfüßigen Einführung der fünf Protagonisten durch ihre Vorstellung in der Manege erleben wir direkt einen wirklich großartig gefilmten, ohne sichtbare Schnitte ablaufenden Luftangriff, der einen ziemlich grimmigen Grundton nahelegt. Doch falsch gedacht. Zwar geht es zunächst mal halbwegs ernst weiter, doch im Verlauf wird man mit einem onanierenden Trottel genervt, ein bimmelndes, Visionen zeigendes Smartphone ist einfach nur blöde und diverse weitere Versuche klamaukigen Humors krepieren bereits im sprichwörtlichen Rohr, reichen aber völlig aus, um den guten Eindruck des Beginns vollständig zunichte zu machen. Da hilft es auch nicht, wenn zum Finale der Ton wieder etwas härter wird.
Positiv, wenn auch die Chose nicht mehr rettend, fällt die Kameraführung auf, denn die Bilder sind herausragend, die Kamera immer nah am Geschehen und agil ohne wackelig zu sein. Einzig die finale Schlacht verliert ein wenig die Übersicht. Darstellerisch sticht Franz Rogowski meilenweit hervor, der Rest bleibt dagegen eher unauffällig und kommt im Fall der Protagonisten auch nicht sympathisch genug rüber, um mit denen ausreichend warm zu werden, so dass ihre Schicksale herzlich wenig berühren. Wie der ganze Film. Schade.
Irgendwo zwischen grimmig und nervig. Schade, viel Potential verschenkt.