Nyles (Andy Samberg) ist auf einer Hochzeitsfeier. Das Problem ist, dass er nicht zum ersten Mal auf dieser einen Feier ist. Denn Nyles steckt in einer Zeitschleife und rattert den Tag ein ums andere Mal resigniert runter, um wieder am gleichen Morgen zu erwachen. Die Routine wird durchbrochen, als die auf der Fete anwesende Sarah (Cristin Milioti) ebenfalls in der Zeitschleife landet.
Zeitschleifenfilme gibt es schon ein paar, sie bedienen ebenso verschiedene Genres. „Palm Springs“, inszeniert von Max Barbakow, setzt auf einen Mix aus Komödie und etwas love story, aber eben auch auf eine immer wieder eingestreute dramatische Komponente. Dabei gelingt ihm das Kunststück, sich durchaus ernsthaft mit seinen beiden Hauptfiguren und deren Umgang mit der Situation auseinanderzusetzen. Gleichsam wirkt der Film aber nie schwermütig, sondern bleibt seinem Hauptgenre der Komödie treu. Die Balance passt hier, womit sich das Werk angenehm von vielen Genrevertretern abhebt.
Das Hauptduo Andy Samberg und Cristin Milioti harmoniert dabei ausgezeichnet auf der Leinwand. Die verschiedenen Herangehensweisen, die aus der Dauer der Zugehörigkeit zu der Zeitschleife resultieren, kollidieren und zu verschiedenen Resultaten führen – all das hält das Interesse hoch. Die wechselnden Perspektiven tragen noch dazu bei. J. K. Simmons' Rolle als weiterer Mitleidender ist da weniger ausgebaut, bietet aber eine nette kleine Ergänzung.
Der Humor reicht von Dialogwitz bis hin zu manch visueller Einlage, ist nicht immer feinsinnig, aber oft auf den Punkt, schön direkt und den Charakteren entsprechend. Auch das trägt zu einem geerdeten Anstrich bei, so man bei dieser Ausgangslage von einem solchen sprechen kann. Natürlich gibt es auch die zu erwartenden Montagen, was man alles anstellen kann, wenn keine Konsequenzen drohen. Thematisiert wird dies dankenswerterweise in verschiedene Richtungen, denn das vermeintlich Richtige führt auch nicht zum Erfolg.
All dies wurde gelungen umgesetzt und mit einer letzten Szene versehen, über die man wieder herrlich diskutieren kann.
„Palm Springs“ ist eine RomCom, die dem Gros, das unter diesem Label firmiert, glücklicherweise nicht entspricht. Mit einem guten Gespür für Timing und feinen Dialogen, die den ausreichend ernsten Unterton bei aller Spaßigkeit nicht außer Acht lassen, vergeht die Zeit hier wie im Flug. Und vermutlich auch nochmal. Und vermutlich auch nochmal.