Review

Toho Wha(t?!) Boohu


Egal wie sehr man „Mortal Kombat“, „Event Horizon“ oder „Star Force Soldier“ aus den 90ern mag - jeder muss zugeben, dass Paul W.S. Anderson nie Meisterregisseur genannt werden wird. Dafür muss man sich als seine „Paradereihe“ einfach mal die vielen „Resident Evil“ angucken - und man weiß, was Phase ist. Zu viele und sehr schnelle Schnitte, seine Holde Milla immer im Mittelpunkt, überhaupt nicht das Herz und die Seele der spannenden Spiele treffend, maximal oberflächlich und laut und hektisch. Einfach keine gute Reihe, nichtmal wirklich als Guilty Pleasure. Unfassbar, wie davon dermaßen viele produziert werden und recht soliden Erfolg haben konnten. Und nun wird ihm mit „Monster Hunter“ das nächste riesige Videospielfranchise in die Hände gegeben... Da fällt es selbst dem objektivsten Filmfan schwer, an die Sache vorurteilsfrei und positiv heranzugehen. Egal wie groß der Bock auf Blockbuster in der momentanen, sich unendlich ziehenden Dürrephase auch sein mag. Aber bei niedrigen Erwartungen ist natürlich auch immer eine Menge Platz für eine knackige Überraschung gegeben... In dem direkt zum Punkt kommenden, super seichten Fantasyactionspektakel gerät eine Truppe von Soldaten durch einen riesigen Wirbelsturm in eine fremde Welt voller Monster, Wüste und Gefahren.

Tjq, ganz ehrlich: ich hatte viel Schlimmeres erwartet. Und das liegt wirklich nicht an einer Lockdown-Milde. Sondern einfach daran, dass „Monster Hunter“ zumindest an der Oberfläche sehr viel richtig macht, wie eine etwas asiatisch anmutende Mixtur aus „Godzilla“, „Pitch Black“, „Ready Player One“ und leider natürlich auch Andersons „Resis“ wirkt, Gamern gefallen könnte. In seinen besten Momenten kam sogar was „Starship Troopers“-Feeling hoch und dann ist das definitiv nicht viel schlechter als etwa der letzte US-„Godzilla“ mit seinen Kaiju-Duellen. Jovovic ist auch im voranschreitenden Alter die geborene Actionheldin, die Computereffekte und Monster sehen top notch aus, der retrotastische und doch enorm pushende Synthie-Score hat es in sich und mein Heimkino wackeln lassen, hat erfreuliche 80er-Vibes. Die Spiele habe ich nie wirklich gezockt - aber dass hier der Geist seiner Vorlagen ganz gut getroffen wird, ist nicht zu leugnen. Natürlich ist das oft genug viel zu flott geschnittener Hochglanztrash, natürlich machen die Figuren nichts her, natürlich ist das Ende etwas lächerlich bis jämmerlich. Und die ganze leuchtende Chose ist schneller vergessen als der ellenlange Abspann laufen oder die PS4 booten kann. Und es ist natürlich schade, dass man (trotz einer sehr langen Handkantenauseinandersetzung mit Jovovic) Tony Jaa nicht mehr zu kämpfen und fighten gibt. Und dennoch bin ich leicht positiv überrascht und hatte keine schlechte Zeit. Internationale Popcornunterhaltung, die man heutzutage definitiv recht häufig schlechter sieht. Tadelloses Teenietohuwabohu. Muss sich weder schämen noch verstecken. 

Fazit: audiovisuell (nicht nur wegen Frau Jovovic) schon ein monströser Kracher. Inhaltlich, geschichtlich und anderweitig filmisch natürlich kaum ernst zu nehmen. Dennoch: für das was er sein will und kann ist „Monster Hunter“ zumindest keine Enttäuschung und sogar recht kurzweilig, krawallig und hübsch. Sinnfreieste und kalorienärmste Kost - aber es lenkt gut ab und sieht nice aus. Bis auf Perlmans Perücke... Fette Feuerlanze gebrochen! 

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