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Nach Operation Chromite (2016) zweiter Teil einer vom ausführenden Studio Taewon Entertainment (hier in Verbindung mit Warner Bros.) geplanten Trilogie über den Koreakrieg; dort die als militärischer Spionagethriller gehandhabte Bebilderung des Himmelfahrtskommandos vom Hexenmeister von Inchon General Douglas MacArthur über die amphibische Landung im Rücken der kommunistischen Verbände und der Eroberung eines strategisch wichtigen Brückenkopfes als erste Wende im Geschehen. Das von anderen Regisseuren gestemmte The Battle of Jangsari über ein Ablenkungsmanöver zur gleichen Zeit und als Prämisse für die geglückte Operation hat dabei einige Mitglieder der Dreharbeiten vom ersten Teil, darunter auch in Belangen eben der Produktion und auch des Drehbuchs, aber ansonsten natürlich eine andere Herangehensweise und auch andere Darsteller zu bieten. Unglücklicherweise hat man auch wesentlich weniger, nämlich nicht einmal ein Fünftel des erfolgreichen Ursprungs an den einheimischen Kinokassen und damit dem wichtigsten Markt eingespielt; ein globaler Vertrieb ist durch den guten Ruf des südkoreanischen Filmes und auch der Besetzung mit einigen (semibekannten) amerikanischen Darstellern in Nebenrollen natürlich dennoch zeitnah gewährleistet:

September 1950. Um die Landung der alliierten Truppen unter dem Kommando von General MacArthur bei Incheon zu ermöglichen, werden diverse Ablenkungsmanöver installiert, darunter auch die Einnahme des Strandes bei Jangsari. Unter Führung, aber mit Einspruch von Lee Myung-Joon [ Kim Myung-min ] werden 772 sogenannte Student Soldiers, also nicht fertig ausgebildete Soldaten, sondern angelernte Studenten wie Choi Sung-Pil [ Choi Min-ho ] und Ki Ha-Ryun [ Kim Sung-cheol ] für diese Todesmission entsandt, unter Aufsicht von Colonel Stephen [ George Eads ] und der Berichterstattung der von der ganzen Angelegenheit allerdings schwer entrüsteten Maggie [ Megan Fox, die eine fiktive Mischung aus Marguerite Higgins und Margaret Bourke-White gibt ].

Für die Unwissenden der Materie wird die Lage kurz per Texttafel eingeleitet und so das Wesentliche vorgestellt; das Thema der Eroberung eines wichtigen Postens ist gängig im Genre des Kriegsfilmes und braucht sowieso keine weitere Erläuterung. Jangsari: Forgotten Heroes hier als der Knackpunkt der Geschichte, ein kaum vorbereiteter und schon gar nicht richtig ausgebildeter und selbst nicht mit genug Material versorgter Trupp aus Anfänger der Armee, die im Grunde verheizt werden sollen und sowieso nur die Bauernopfer für etwas Größeres, aber dennoch wie alle Anderen für ihr Vaterland und ihre Familien dabei und dafür auch am Sterben sind. Die Situation präzise, die Umsetzung schwierig, ist schon die Anreise per Boot für die meisten Neulinge an Bord eine Tortur und das ständige Aufstoßen und Erbrechen aufgrund der ausgeprägten Seekrankheit lenkt die in den Tod Gesandten nicht wirklich von ihrer Aufgabe und ihrer Mission ab, sondern macht diese nur noch schwieriger. Ein Kahn voller Kranker und voller prophezeiter Leichen, wobei manche ihrer Nervosität Herr werden, manche diese kompensieren versuchen und andere deutlich zeigen.

"I heard your old man is a hunter. You must be used to firing a gun."
"I shot plenty of animals, But never humans."
"What's the difference? They're all animals."
Im Start flink, schon die ersten Minuten sind eine Katastrophe, ein schwimmender Sarg voller Jünglinge, die nicht ahnen, was ihnen noch bevorsteht und nicht wissen, wo von und wo hinten ist und wo bald alles die Granaten und die Gewehrkugeln am Einschlagen sind. Die Nacht ist stürmisch und bietet dennoch keine Deckung, viele werden noch auf oder im Wasser verletzt und getötet, völlig ohne Chance oder gar einer Gegenwehr, wobei erst danach am Tagesanbruch der eigentliche Battle of Jangsari und der schwierige Part beginnt. Die Sinnlosigkeit des Krieges selber wird dabei schon von Beginn an deutlich, ein gemeinsam auf der gleichen Seite kämpfen oder gemeinsam das 'Gute' tun gibt es nicht, auch das Sterben als Zufallsprinzip, in dem man Glück hat und noch ein paar Minuten weiterleben oder auch weiter leiden darf, oder Pech hat, und ohne eigenes Zutun und der bloßen Anwesenheit schon den Weg allen Irdischen geht.

Das Drehbuch dabei als Abhaken von Ereignissen, vielleicht auch von Standardsituation, die Landung selber, die Eroberung des ersten Hügels, das Verharren in der Deckung, das Einleiten eines Flankenangriffs, das versuchte Ausschalten eines Maschinengewehrschützen, der mit seiner Waffe die Dutzenden Angreifer aussiebt und binnen Sekunden niedermäht, das Einschreiten eines Scharfschützen usw. usf…, auch oftmals mit Klischees (dem Brief an die Mutter kurz vorm Sterben, die späte Freundschaft im letzten Verteidigungswall zweier bis dato verfeindeter Kameraden, dann hat sich wie bei Mulan noch ein Mädel in die Truppe eingeschlichen) versetzt und anders als der draufgängerische The Battle: Roar to Victory bestenfalls routiniert, aber durch den Inhalt nicht gleich wirkungslos inszeniert. Angreifer und Verteidiger sehen vom Gesicht auch alle gleich aus, haben manchmal selbst das gleiche Alter, gehörten mal zu einem Lande, waren in einer Episode sogar verwandt und 'Brüder' und die letzten verbliebenen Angehörigen einer ehemaligen Familie, die Uniformen sind vielleicht ein wenig unterschiedlich, wird sich aber bald in das Getümmel im Unterstand und einen grausamen Nahkampf gestürzt und verblasst und vermischt sich da selbst die Farbe der Kleidung und damit eigentlich der letzte Unterschied.

Eine zu geradlinige Struktur des Filmes ist etwas durch das Parallelgeschehen im Hauptquartier und die Intervention des moralischen Gewissens der Geschichte, der Kriegsreporterin aufgebrochen, ab dem Beginn des zweiten Drittels wird zusätzlich noch vereinzelt eine Rückblende eingeworfen und daraus der Blick auf die Ereignisse geschärft, sowie die Aktionen des Gegenübers, die bereits Verstärkung schicken und vor allem auch in Sachen Mannschaftsstärke, aber auch Material und Waffen und selbst dem zum Leben Nötigsten wie Essen und Trinken überzählig sind. Der Krieg hier als Reihung von Episoden, erst eine Abfolge von Schlachten, eine gewonnene verändert erstmal noch nichts, sondern wird sich in Etappen dem Ziel genähert, wobei auch meist nur das direkt anwesend sein von Eminenz ist und sich weitab vom sprichwörtlichen Schuss fast niemand, allerdings auch nicht so richtig der Zuschauer darum schert. Später dann eine Veränderung zum Drama plus nach der Einnahme des Strandes und einer Sabotageaktion in einem Tunnel auch der (übereilte) Rückzug vom Strand, wobei die Gruppendynamik innerhalb der Zusammengewürfelten in Augenschein genommen und dafür bereits zu Beginn drei, vier Leute konkreter in den Fokus geraten sind.

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