Review

Im Vergleich zu den beiden Weltkriegen ist der Koreakrieg aus filmhistorischer Sicht etwas zum Nebenschauplatz avanciert. Bis auf die wesentlichen Eckdaten ist wenig bekannt über das, was letztlich zur endgültigen Teilung des Landes führte. Jangsari dürfte kaum jemandem ein Begriff sein und doch war er seinerzeit aus kriegstaktischen Gründen entscheidend.

September 1950, inmitten des Koreakrieges: Eine Einheit von 772 komplett unerfahrenen Soldaten wird von südkoreanischer Seite auf ein Himmelfahrtskommando geschickt, um die Versorgungswege des Gegners zu attackieren. Mit wenig Munition, kaum Nahrung und ohne Hilfe der Alliierten sehen sich die Rekruten schon bald einer Übermacht ausgesetzt…

Der Einstieg weist deutliche Parallelen zu Spielbergs „Soldat James Ryan“ auf, als die Soldaten, größtenteils noch im Wasser befindlich, bereits unter feindlichem Beschuss stehen. Zwar geht es hier nicht ganz so martialisch zu, doch einige Härten sind durchaus vorhanden. Während einige CGI die Wucht der Gefechte ein wenig abmildern, wird bei einigen Detonationen oftmals mehr als nur Sand aufgewirbelt. Etwas unbarmherziger geht es bei den Nahkämpfen in den Schützengräben zu, wenn der Mut der Verzweiflung zum Gewehrkolben als Schlagwaffe greifen lässt. Die hier verwendete Handkamera impliziert einige etwas längere Takes, wodurch einerseits eine gewisse, kompromisslose Nähe zustande kommt, andererseits verliert man dadurch ein bisschen den Gesamtüberblick.

Eine früh auffallende Stärke des Kriegsdramas sind die überaus solide aufspielenden Mimen, die flächendeckend authentisch rüberkommen, nie ins Overacting verfallen und doch recht viel Emotionalität transportieren, was primär bei den zwischenmenschlichen Momenten zur Geltung kommt. Leider kristallisiert sich kaum eine Identifikationsfigur heraus und obgleich sich die meisten Individuen mit sympathischen Eigenschaften hervortun, gibt es keine wirkliche Hauptfigur. Im Gegenteil. Um dem nicht-asiatischen Publikum entgegenzukommen, wurde mit der Kriegsjournalistin Maggie (Megan Fox) ein international bekanntes Gesicht eingebunden, doch die Nebenhandlungsstränge mit ihrer Figur nehmen eher den Fluss heraus, zumal diese wenig zum eigentlichen Geschehen beiträgt.

Im Kern erzählt die Geschichte wenig Neues, sie läuft eher schematisch ab und doch nimmt man einmal mehr die Erkenntnis mit, dass nicht selten junge Soldaten schlichtweg verheizt wurden. Natürlich sinnlos, wie sich meist kurze Zeit später herausstellt.
Optisch stark, actiontechnisch oft mit Wucht inszeniert, gibt es die eine oder andere kurze, wohltuende Auflockerung und obgleich hier und da ein wenig Pathos vorzufinden ist, schlägt die Erzählung nie über die emotionale Stränge. Für Freunde des Genres durchaus eine Sichtung wert.
6,5 von 10

Details
Ähnliche Filme