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Die mehr als bekannte Vorlage des Roman „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson („Die Schatzinsel“) diente 1996 als grobe Vorlage für das Filmprojekt von Stephen Frears, der ja schon mit großen Filmen wie „Gefährliche Liebschaften“ bekannt geworden war.Frears nimmt hier allerdings die Geschichte des Buches nur als Basis für seine Geschichte des Dienstmädchens Mary Reilly, die im Haus von Dr. Jekyll angestellt ist.Und dort wird Sie Zeuge der Geschehnisse um Dr. Jekyll und durch Ihre Zuneigung zu Ihm auch ein Einflussfaktor, der die Geschichte schwer beeinflusst und schließlich wieder zum Ursprung zurückführt.Grundsätzlich ist natürlich die Geschichte bekannt und so lag es an Frears, etwas Neues hinzuzufügen, dass dem schon bekannten einen neuen Verlauf gibt.Die zarte Liebesgeschichte um Mary und Dr. Jekyll bzw. auch Mr. Hyde begleitet die Story sehr unterschwellig und es gelang, trotzdem die durchaus packende ursprüngliche Story zu erzählen.Dabei verliert sich Frears leider ab und an in Details, die den Fortlauf eigentlich eher bremsen und aus der nicht üblen Story viel Geschwindigkeit herausnehmen.Diese wäre allerdings für ein Projekt in den 90er Jahren notwendig gewesen.Somit ist die eigentliche Erzählung eher seicht und für den Kenner der Ursprungsgeschichte viel zu leicht zu verfolgen und auch vorherzusehen. Kompensiert wird das allerdings zumindest anteilig durch die Besetzung.Julia Roberts als Mary Reilly (ich konnte es damals nicht glauben und hielt das für die Fehlbesetzung schlechthin in einem solchen Film) spielt überraschend solide und kann die Mary sehr gut rüberbringen (ich leiste hiermit Abbitte).Das eigentliche Highlight ist allerdings (wer auch sonst) John Malkovich in seiner Doppelrolle als Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Man fragt sich schon nach sehr kurzer Zeit, ob diese Rolle nicht für Ihn geschrieben wurde.Erstklassig Darstellung und sehr überzeugende Charakterspaltung der ja grundsätzlich gleichen Person.Trotz dieser wirklich guten Leistungen dümpelt der Film über einige Strecken sehr trocken vor sich hin und kann somit leider nicht völlig überzeugen.Ist der Film an sich eher schwacher Durchschnitt, reißt es die schauspielerische Leistung der Hauptakteure noch etwas raus und man kann zumindest das einmalige Anschauen empfehlen.Für die Liebhaber dieser dunkeln Filme aus dem alten London kann sich der Film sogar noch weiter vor arbeiten, es gibt durchaus mehr als überzeugende Abschnitte, die den Genuss garantieren.

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