Was ist denn bloß in ihn gefahren? Bei einigen Besessenheitsfilmen muss diese Frage erlaubt sein, denn nicht immer taucht ein kleiner Erklärbär auf, der aus datenschutztechnischen Gründen mit irgendwelchen Fantasienamen um die Ecke kommt. Autor und Regisseur Omar Naim benennt erst gar keine dämonische Entitäten, er bleibt aber auch sonst recht vage.
Liebespaar Alex (Toby Kebbell) und Freundin Lisa (Penelope Mitchell) touren durch die Lande und übernachten unter anderem bei einem entfernten Verwandten. Kurz darauf scheint sich Alex zu verändern, alte Gewohnheiten abzulegen und mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen. Eremit Kevin (Jason Patric) könnte die Hintergründe kennen…
Nach einer recht düsteren Exposition mit mindestens zwei Toten lässt sich die Erzählung eine Weile Zeit, die weitgehend sympathisch erscheinenden Protagonisten einzuführen. In Bezug auf Alex mit einigen Eigenheiten, die sich im Verlauf ins Gegenteil umkehren oder verschwinden. Anhand unmenschlich aufleuchtender Klüsen wird irgendwann das Startsignal für die Besessenheit gegeben.
Allerdings lassen sich nicht alle ominösen Ereignisse darauf zurückführen, es sei denn, der Dämon kann wildfremde Personen beeinflussen. So begegnet Alex einem Mann, der behauptet er zu sein und beansprucht daraufhin seinen Wagen. Auf einem Schrottplatz hört Lisa indes die Stimme ihres Freundes, - allerdings von einer gänzlich anderen Person.
Allzu viel kann Kevin schließlich nicht beitragen, bis auf einige Kleinigkeiten bleiben seine Hilfestellungen nebulös und wirken recht willkürlich.
Die mehrheitlich dröge Erzählweise wird nur selten von atmosphärischen Sequenzen begleitet und auch Spannungsmomente finden sich allenfalls im letzten Drittel, als das Tempo zumindest ein wenig angezogen wird. Der Showdown verläuft weitgehend überraschungsfrei, wobei final nicht alle Fragen geklärt werden.
Immerhin performen Kebbell und Mitchell recht solide und bringen eine taugliche Präsenz mit, was im Fall von Alex Wandlung nicht unerheblich ist. Auch Patric agiert passabel, es wird allerdings nicht ersichtlich, warum man ihm ein paar nervöse Zuckungen auf den Weg gab.
Ein Road-Trip mutiert zum Höllentrip, doch allzu garstig mutet die Verwandlung nicht an, zumal sich etwaige Gewalteinlagen deutlich zurückhalten und der Dämon nicht gerade als unberechenbarer Feind handelt. Einige Elemente sind deutlich von „Landhaus der toten Seelen“ kopiert, einschließlich Spieluhrszene und Bildergalerie, während ansonsten über weite Teile Ereignisarmut herrscht.
4,5 von 10