Review

Inhalt:

Die Kinderpsychologin Dr. Anna Fox leidet an Agoraphobie und ist an ihre Wohnung gefesselt. Ihr Kontakt zur Außenwelt beschränkt sich auf Telefonate mit ihrem Exmann, regelmäßige Besuche durch ihren Psychiater und die heimliche Beobachtung der Nachbarn. Als sie einen vermeintlichen Mord im Nachbarhaus beobachtet, will ihr niemand glauben. Die Polizei findet keine Beweise. Anna beginnt, selbst zu recherchieren und ahnt nicht, wie sehr sie sich in Gefahr begibt.

Kommentar:
‚Copykill‘ meets ‚Das Fenster zum Hof‘. Die auf A. J. Finns Roman basierende Verfilmung bietet alles, was ein Suspense-Thriller braucht. Eine seelisch angeschlagene Hauptakteurin, ein dubioser Untermieter, ein psychotisches Nachbarskind, eine durchgeknallte Mutter, ein cholerischer Vater, skeptische Polizisten, Stimmen am Telefon und ein Mord, den es vielleicht nie gegeben hat.
 Viel Potenzial für ein hitchcockeskes Kammerspiel. Und tatsächlich präsentiert sich ‚The woman in the window‘ als augenscheinlich diffuses, weitgehend spannendes Verwirrspiel, das sich ganz nebenbei als Psychogramm und obendrein Gesellschaftsstudie entpuppt.
 Die Intensität und Nachhaltigkeit der Romanvorlage kann aber leider nicht erreicht werden. Wer diese kennt, weiß, dass essentielle Umstände, die zum Verständnis der Auflösung beitragen, etwas zu kurz kommen. Bei der Filmproduktion wurde also am falschen Ende gestrafft und trotz Raffinesse bleibt schlussendlich ein fader Beigeschmack weil sich alles zu schnell und, mehr noch, zu wenig erklärt.
 Amy Adams, Julianne Moore und der immer gute Gary Oldman agieren sehr überzeugend und mehr als einmal möchte man in die Leinwand springen um Einfluss aufs Geschehen zu nehmen. Im Gesamten zeigt sich der Streifen aber nur als halbrunde Sache und ist ob seiner nihilistischen Grundstimmung und der inhaltlichen Handlungsstraffung nur bedingt empfehlenswert.
 Wer den Film gesehen hat und das Buch noch nicht kennt, sollte dieses auf jeden Fall noch lesen.

Fazit:
Makabres Psycho-Verwirrspiel, das die Intensität der Romanvorlage missen lässt.

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