Enzo G. Castellaris "The Riffs" wird unter Italofans als Kult angesehen. Die trashige Fortsetzung folgte ein knappes Jahr später und war sogar in den Kinos zu begutachten, was waren das noch Zeiten. Leider war ich nach der Sichtung von "Riffs II" etwas enttäuscht. Man bekommt zwar eine Non Stop Action Orgie geboten, doch Castellari inszeniert zu schlampig. Auch wirkt die Bronx viel zu eintönig. Man treibt sich immer in den selben baufälligen Ruinen herum, kleinere Brücken oder Unterführungen versucht uns Castellari als Kanalisation zu verkaufen. Ausser den Schwenks in die Großstadt, befindet man sich fast immer am selben Ort und nach dem zehnten Mal geht einem auch der Score bald auf die Nerven. Aber man muss auch Castellari das knappe Budget zu Gute halten. Mit diesem sichtlich kleinen Betrag, hätten viele Regisseure nicht mal einen halben Film hinbekommen. Es existiert noch ein zweites Sequel, doch dies hat mit den Vorgängern kaum mehr etwas gemein und ich rate Jedem einen Bogen darum zu machen.
Bronx 1990: Mit seiner geldgierigen Firma will Henry Clark (Ennio Girolami) die Bronx in Schutt und Asche legen. Dort soll ein neuer Stadtteil gebaut werden. Doch vorher müssen die Bewohner umquatiert werden, dies geschieht durch den brutalen Floyd Wrangler (Henry Silva) und dessen Einheiten. Auch die Eltern des Bandenmitglieds Trash (Mark Gregory) sollen ihre Wohnung verlassen. Sie weigern sich und werden getötet. Trash will Rache und entführt zusammen mit dem Soldaten Strike (Giancarlo Prete) den Firmenchef Henry. Doch Floyd und seine Mörderbande folgt ihnen zum Versteck der Riffs. Es kommt zum alles entscheidenden Kampf.
Die Story passt auf eine Bananenschale und nur dank des hohen Tempos ist "Riffs II" erträglich. Hier vergehen keine drei Minuten ohne Schießerei oder Explosion. Zwischendurch hat Castellari auch mal eine Klopperei zu bieten, doch die Qualität lässt schwer zu wünschen übrig. Man sieht deutlich, dass man aneinander vorbeihaut, bei den Shootouts entledigt man sich seiner Gegner meistens durch den ersten Schuss. Trash und sein Kumpel Strike treffen sogar um die Ecke, während die Soldaten kein Zielwasser gesoffen haben. Auch scheinen die Beiden nie nachladen zu müssen. Trash hat einen sechsschüssigen Colt und Strike eine Schrotflinte, eigentlich das falsche Werkzeug für die Entführung. Aber man muss ja nie nachladen. Peinlich ist auch die Szene mit dem Hubschrauber, den Trash mit drei Schuss vom Himmel holt.
Auf blutige Einschüsse wird größtenteils verzichtet, der Bodycount ist aber extrem hoch. Auch hat Castellari einige Brutalitäten eingebaut. Da werden Menschen durch Bomben zerfetzt, oder bei lebendigem Leib verbrannt. Mit ihren Flammenwerfern brennen Floyds Truppen Jeden nieder, der sich wiedersetzt, so auch Trashs Eltern. Verwunderlich ist, dass die Explosionen für dieses Budget wirklich gigantisch ausfallen. Autos, Hubschrauber, ganze Häuserblocks werden dem Erdboden gleichgemacht.
Aber irgendwann wird es auch langweilig. Nach der x-ten Ballerei, die immer gleich aussehen, vergeht einem die Lust. Zudem hätte ich mir ein ausführlicheres Duell zwischen Trash und Floyd Wrangler gewünscht. Hinzu kommen die schwachen Darsteller. Mark Gregory ist ein absoluter Amateur wenn es ums Schauspielern geht, immerhin ist Henry Silva als Fiesling Wrangler passabel. Antonio Sabato ist in einer Nebenrolle zu sehen.
"Riffs II" ist wahrlich eine Actionorgie, aber auch ohne Hirn. Der Plot lässt sich in einem Satz zusammenfassen, so etwas wie Spannung oder Wendungen existiert hier nicht. Die Action dominiert den Film, doch die Qualität lässt zu wünschen übrig. Nur die Zerstörungsorgien können gefallen. Aber die peinlichen Darsteller setzen dem Ganzen nochmal übel zu. Man muss hier schon beide Augen zudrücken, um einigermaßen unterhalten zu werden, daher ganz knappe 4 Punkte.