Wenn Mutterliebe zu weit geht…02.05.2025
Der Rahmen
Chloe hat es nicht leicht. Seit ihrer Geburt sitzt sie, von der Hüfte abwärts gelähmt, im Rollstuhl und wird nun, mit 15, daheim von ihrer Mutter Diane gepflegt und auch unterrichtet. Eine seltsame Symbiose, aber sie funktioniert, denn Chloe ist zu einem intelligenten Teenager geworden. Doch eines Tages findet sie in der Tasche ihrer Mutter ein seltsames Medikament, welches ihr verabreicht wird – und sich als Ruhigsteller für Hunde entpuppt, mit lähmenden Nebenwirkungen. Und schon versucht Chloe, die Flucht zu ergreifen, was natürlich aufgrund ihrer Einschränkungen schwierig ist – und auch ihre Mutter möchte die Tochter nicht gehen lassen, verbirgt sie doch hinter der scheinbar aufopferungsvollen Mutterliebe ein finsteres Geheimnis…
Gucken oder nicht?
Durchaus, ein spannender Happen zwischendurch
Warum?
Die Hauptdarstellerin ist auch im wirklichen Leben gelähmt, was ihr die Rolle sichtlich erleichtert. Sarah Paulson als Mutter sieht von Anfang an so aus als habe sie nicht alle Latten am Zaun, und so kann man sich von Beginn an auf die Motivsuche konzentrieren, denn das Geschehen entwickelt sich in rasch ansteigenden, spannungsreichen Sequenzen. Wieder einmal ist es ein Vorteil, die Filmlaufzeit bewußt kurz zu halten, denn so wird sich hier auf das Wesentliche konzentriert – den Kampf um die Freiheit. Filmtechnisch wird hier auch alles richtig gemacht, die Kamera ist stets nah am Geschehen und fängt die Verzweiflung der zunehmen eingeschränkte Tochter samt deren schwierigen Fluchtversuchen sehr gut ein. So haben wir es hier mit einem räumlich und zeitlich begrenzten Thriller in eher alter Machart zu tun, der auf Mätzchen verzichtet und einfach seine unerfreuliche Geschichte dem Zuseher sauber und gut gespielt präsentiert.
Die Note
„Lauf weg“ möchte man dem Mädel zurufen, aber sie kann es ja nicht…dies auszunutzen ist seitens der Mutter fies, beschert uns aber einen unterhaltsamen Thrillerhappen, der nicht herausragt, aber rundum ordentlich gemacht ist - 8/10