Langsam werden Regisseur Jesse V. Johnson und sein Stammschauspieler Scott Adkins ein eingespieltes Team, bei dem sich jeder auf die Fähigkeit des anderen verlassen kann: Johnson inszeniert schnörkellose, aber sauber gefilmte Fights, Adkins liefert sie. Die Fortsetzung zu „Pay Day“ kommt diesbezüglich ebenfalls auf den Punkt, die recycelte Story lässt hingegen Ecken und Kanten vermissen.
Die Geldeintreiber French (Adkins) und Sue (Louis Mandylor) sind dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen. Für einen letzten Auftrag raufen sie sich noch einmal zusammen, um binnen 48 Stunden drei Stationen abzuklappern. Doch ihr Auftraggeber steckt selbst in Schwierigkeiten…
Johnson dürfte den Actionern der 80er und 90er ein wenig hinterher trauern, denn seinerzeit stand den Machern oftmals deutlich mehr Budget zur Verfügung. Zudem gab es eine größere Auswahl an Vorzeigehelden wie van Damme, Stallone, ja vielleicht sogar Steven Seagal. Bedauerlicherweise hat es Adkins nie so recht in die erste Liga geschafft, doch mit der Reife gewinnt der Brite zunehmend an Charisma. Aufgrund der schwachen Figurenzeichnungen und den oft plump gehaltenen Macho-Dialogen ohne Feinschliff bringt es ihm hier nicht allzu viel.
Die klassisch gehaltene Eröffnung mit einer Kneipenschlägerei macht zwar Lust auf mehr, doch die simple Story, - das episodenhafte Abklappern dreier Schuldner, wird überraschungsfrei und eher unspektakulär vorgetragen. Ein kleines Highlight ist die Konfrontation im Ring eines Boxstalls, wo das Buddy-Gespann rein auf die Fäuste angewiesen ist. Die Settings tragen wenig zur Abwechslung bei und selbst die Verfolgung eines Parcoursläufers liefert keine nennenswerten Schauwerte.
Während storytechnisch annähernd jedes Detail erahnbar ausfällt, kommen die Fights zumindest straight auf den Punkt, wobei Adkins vergleichsweise wenige Kicks anwendet, Mandylor indes gar keine. Eine gesunde Härte gleicht die ausbleibende Akrobatik ein wenig aus und obgleich gerne mal über atemberaubend schöne Frauen geschwärmt wird, - zu sehen gibt es davon allenfalls eine, die dann auch gleich für kleine Foltereinlagen am besten Stück zuständig ist.
Fans des immer noch recht beweglichen Actionstars machen mit dieser Fortsetzung nicht allzu viel falsch, denn die Fights fallen mindestens zweckdienlich aus und unterhalten ordentlich. Alles dazwischen ist Routine ohne Finesse, mit einigen zu ausladenden Dialogpassagen, einer vorhersehbaren Story und vergleichsweise wenig treffsicheren Sprüchen. Bei geringer Erwartungshaltung eine passable Zwischenmalzeit, erinnerungswürdige Szenen bleiben hingegen nicht hängen.
Knapp
6 von 10