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Manche Briten scheinen sich dem Potential ihrer urigen Landstriche kaum bewusst zu sein, denn anstatt vermehrt auf Außenaufnahmen der kargen Moorlandschaft zu setzen, spielt sich ein Großteil vorliegender Handlung in einer austauschbaren Butze ab. Und auch dort will der dämonische Funke nie so recht überspringen.

Nach dem Suizid ihres Vaters zieht es die Amerikanerin Sadie zurück ins abgelegene Elternhaus im Nordwesten Englands. Spontan erhält sie einen Job beim hiesigen Lokalblatt und findet heraus, dass ihr Dad im Besitz eines sagenumwobenen Dämonenamuletts war. Als sie es findet, greift eine merkwürdige Macht um sich…

Ein Drehbuch so zu verfassen, dass rein gar keine sympathische Figur vorzufinden ist, zeugt entweder von Mangel an Empathie oder weist auf einen unüberlegten Schnellschuss hin.
Die finalen Minuten des Vaters sagen recht wenig über dessen Leben aus, während Sadie von der ersten Minute an als unfreundliche, unnahbare Zicke rüberkommt, ihr vorgesetzter Partner ist launisch, die übrigen sind entweder rigoros abweisend oder angriffslustig.

Das titelgebende Amulett, das aussieht wie ein Resultat vom Werkunterricht der Grundschule ist zwar früh gefunden, doch der damit einhergehende Zauber hält sich merklich in Grenzen.
Im Wechsel findet sich eine unpointierte Egosicht eines Hundes, dazwischen gibt es Erscheinungen von verzerrten Fratzen per CGI und immerhin noch einen Rückblick zu einer vermeintlichen Hexe. Diverse Blicke auf die Überwachungsmonitore im Haus bringen ebenso wenig wie eine Dreieckskonstellation. Jene kommt zwar final mit einem Twist um die Ecke, nachvollziehbare Erklärungen werden jedoch nur unzureichend eingebunden.
Einzig zwei kurze Erscheinungen eines scheinbar brennenden Mädchens in einiger Entfernung verfehlen ihre Wirkung nicht gänzlich.

Das Dilemma ist, dass sich schlichtweg zu wenig ereignet, viel Zeit mit unnützen Szenen verbracht wird, welche allenfalls einen müden Geisterbahneffekt zutage fördern. Für aufwendige Einsätze fehlte offenbar die Knete, weshalb außer einem Kopfschuss nichts explizites auszumachen ist. Man vereinfacht eher einige Begebenheiten, indem im entscheidenden Moment ordentlich Blut vors Objektiv suppt.

Einige Außenaufnahmen der scheinbar menschenleeren Gegend offenbaren, wie gut hier Dämonenhorror innerhalb einer Moorlandschaft möglich gewesen wäre, zumal die Kamera okay arbeitet und der Score um Nuancen bemüht ist. Doch die größtenteils hölzern agierenden Mimen und das lahme, einfallslose Drehbuch ersticken jeden Anflug von Spannung innerhalb weniger Szenen im Keim, selbst zum Finale ist keine dramaturgische Steigerung auszumachen.
Ein Amulett für die Tonne.
3 von 10

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