Eine Gruppe Fremder erwacht im Grünen und merkt recht schnell, dass auf sie Jagd gemacht wird. Dabei haben sie nicht die Zeit, sich nach dem Wer oder Warum zu fragen und „The Hunt“ bietet durchaus ein paar interessante Einfälle.
So lässt er länger offen, wem das Publikum folgt, eliminiert er doch manche prominent in den Mittelpunkt gestellte Figur. Auch reißt er aktuelle Themen wie Verschwörungstheorien, political correctness, Kommunikation in Sozialen Medien etc. und eventuelle Auswirkungen an. Hier sucht der Film auch seinen Aha-Effekt, jedoch verpufft dieser in Geschwätzigkeit und pseudo-coolen Dialogen. Nette Idee, doch schwach umgesetzt und für den wohl selbstauferlegten Satireanspruch ungenügend. Dabei birgt das hier aufgeworfene Feld der Ursache und Wirkung durchaus Potential.
Weiterhin ist es auch eine Leistung, keine einzige sympathische Figur in dem Film untergebracht zu haben. Immerhin behandelt er beide Seiten und deren Einstellung gleich und macht sich entsprechend über alle lustig, ist aber eben so differenziert wie das politische System in Übersee.
So bleibt dann noch das schon einige Male verfilmte Thema der Menschenjagd und hier kann der von Craig Zobel inszenierte Streifen dann immerhin ein paar Punkte machen. Die Chose ist nicht gerade zimperlich, es gibt ein paar Härten, auch im Zweikampf. Solide bebildert bekommt man hier dann einige gute Stunts und Effekte, solange es sich nicht um den Einsatz von CGI handelt.
Vordergründig ein weiterer Film zum Thema Menschenjagd, möchte „The Hunt“ auch als Satire verstanden werden, als Kommentar zur Diskussionskultur insbesondere im Internet. Hier schwächelt er aber deutlich, bleibt simpel, auch wenn die Bemühungen erkennbar sind. Ohne interessante Figuren kann man sich immerhin an ein paar wuchtigen Sequenzen erfreuen.