Minimalismus auf hoher See ergibt sich fast zwangsläufig, wenn die Handlungsreisenden nicht gerade von einer Touristenhochburg zur nächsten schippern. Entsprechend erinnert das Setting ein wenig an „Open Water“, nur ohne Bedrohung im Wasser, sondern auf der Yacht selbst.
Mit einer solchen sind der Afghanistan-Held David (Griff Furst), seine Frau Vivian (Brianne Davis) und Kumpel und Kapitän John (Casper van Dien), der sich während Davids Kriegseinsatz um Vivian kümmerte unterwegs. Doch dann kommt es zu Anspannungen und Misstrauen unter den dreien…
Mit der ersten Einstellung deutet Regieneuling Chris Helton bereits an, dass ein Mann scheinbar leblos im Wasser treibt und ein Seil womöglich eine bedeutende Rolle spielen könnte. Bis es dazu kommt, lässt sich die Geschichte allerdings reichlich Zeit, um die eindimensionalen Figuren einzuführen und es wird tatsächlich „Wahrheit oder Pflicht“ aus dem Hut gezaubert, um verdrängte Emotionen hervorzukramen, weil man die Dialoge nicht anders auf prekäre Themen zusteuern konnte. Wirklich spannend geraten derlei Momente jedoch nicht, man rätselt allenfalls, wer von den beiden Männern ein falsches Spiel treiben mag.
Und so freut man sich über klarblaues Wasser rund um Virgin Island, doch die Situation will sich einfach nicht zuspitzen. Humorfrei und beinahe ohne böse Vorzeichen spielen sich die wesentlichen Begebenheiten erst im letzten Drittel ab. Doch auch hier wird auf Sparflamme geköchelt, etwaige Verläufe fallen erahnbar aus, Überraschungen sind ohnedies nicht zu erwarten. Bis zuletzt wird allerdings nicht geklärt, was es mit drei Leichen auf sich hat, aber die waren wahrscheinlich nur ein kurzer Impuls des schwachen Drehbuchs, mit dem man sich nicht weiter beschäftigte.
Während die Erzählung überwiegend gemächlich vor sich hin schippert, die Dialoge nicht übermäßig geschliffen ausfallen und der Score sprichwörtlich untergeht, wirken die wesentlichen Mimen auch nicht sonderlich bemüht. Die wenigen Unterwasseraufnahmen sind immerhin einigermaßen gelungen, wogegen die Kamera an Deck zuweilen mit den Wellen zu wippen scheint.
Letztlich vermag das Setting, - allein und hilflos auf offener See, nicht sein Potential zu nutzen, da es zu selten spannend wird und weder das Kriegs-Trauma, noch zurückliegende Querelen zur Story beitragen, obgleich beide Punkte relativ viel Raum einnehmen. Ein Thriller, der insgesamt nicht viel hergibt und aufgrund seiner Bedeutungslosigkeit schon bald aufs offene Meer hinaustreiben dürfte.
4 von 10