Aus langjähriger Freundschaft hatte sich der Arzt John (Casper Van Dien) während der kriegsbedingten Abwesenheit seines Freundes David (Griff Furst) um dessen Frau Vivian (Brianne Davis) gekümmert, und da David mittlerweile aus Afghanistan wieder zurück ist und unter posttraumatischen Störungen leidet, liegt es nahe, daß die drei ein paar Tage Urlaub auf Johns Yacht machen, um den Marine auf andere Gedanken zu bringen.
Doch auf hoher See beginnen die Probleme erst recht, denn Junggeselle John schwindelt über eine angebliche Freundin, hat aber insgeheim nur Augen für die attraktive Blondine Vivian, was deren Ehemann nicht verborgen bleibt. Dazu kommt, daß Davids Libido durch die Kriegerlebnisse verringert ist, was seine Position nicht gerade besser macht. Da aber keiner der drei über das Offensichtliche sprechen möchte, bleiben die tiefsitzenden Probleme ungelöst und das gegenseitige Mißtrauen wächst. Bis ein Vorfall dann die wahren Hintergründe aufdeckt...
Leider macht der US-Thriller Dead Water viel zu wenig aus seiner ohnehin schwierigen Prämisse von drei Personen auf einem Boot, von dem es kein Entweichen oder Zurückziehen gibt - schon der Start mit dem latent aggressiven Kriegsveteranen, der wegen einer anzüglichen Bemerkung zwei Burschen in einer Bar vermöbelt (und dank seines Rufs bei den Cops unbehelligt bleibt), verheißt wenig Gutes, denn auch sein Freund und Nebenbuhler, ein nonchalanter Arzt vom Typ Traumschiff-Steward, kann keinerlei Sympathien für sich verbuchen, spricht er doch - für den Zuschauer erkennbar - von Anfang an nicht die Wahrheit. Und da die Dritte im Bunde, Vivian, sich unauffällig normal verhält, muß man sich über weite Strecken des Films auf ein wenig spannendes Psycho-Duell der beiden "Freunde" einstellen.
Dementsprechend ereignisarm verläuft dann auch die Zeit an Bord, die David u.a. mit dem altbekannten und für Erwachsene albernen "Wahrheit oder Pflicht" aufzulockern versucht, was für alle Beteiligten allerdings peinlich verläuft und die Geschichte kaum weiterbringt. Irgendwann streikt dann der Motor der Yacht (welch ein Zufall aber auch), was die Männer zu der Entscheidung zwingt, wer mit dem Beiboot Hilfe holen soll, doch die bisher schon kaum vorhandene Spannung ist dem Streifen zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon abhanden gekommen. Da nützt es auch nichts, wenn eine weitere Figur (noch unsympathischer als die beiden Hauptdarsteller zusammen) eingeführt wird, um der Dreiecksgeschichte am Ende etwas Dramatik zu verleihen - im Gegenteil, der Plot wird damit eher absurd.
Fazit: Ein wenig überzeugender Krimi, der ausschließlich mit einer tollen Optik (auf dem Meer) punkten kann, bezüglich seiner wenig signifikanten Darsteller mit ihren belanglosen Dialogen schon schwächelt und spätestens beim einfallslosen Drehbuch dann kläglich versagt. Kann man sich getrost schenken: 3 Punkte.