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Zwei Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg kehrt Jack Sommersby auf seine Farm in Tennessee zurück. Seine Frau Laurel glaubt ihn längst tot und hat einem Nachbarn die Ehe versprochen. Jetzt ist sie überrascht, wie positiv sich Sommersby verändert hat. War er früher roh, gewalttätig und ließ die Felder verkommen, überschüttet er sie nun mit Liebe und Zärtlichkeit. Die Ernte ist erfolgreich, und auch die Bürger der Stadt sind von Sommersby angetan. Als Zweifel an seiner Identität aufkommen, wendet sich das Schicksal gegen ihn: Sommersby wird des Mordes angeklagt. Wer ist dieser unheimliche Sommersby wirklich?

Ein recht vielseitiges Liebesdrama in den Südstaaten kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg hat das Remake Sommersby zu bieten. Nach sechs Jahren Abwesenheit durch Kriegsgefangenschaft kehrt Jack Sommersby wieder in seinen Heimatort zurück. Alle sind happy, das er wieder da ist, abgesehen vielleicht vom örtlichen Reverend Orin, der schon das eine oder andere Auge auf seine Ehefrau Laurel geworfen hat, doch gibt es schnell einige Indikatoren, das mit dem Rückkehrer etwas nicht stimmt.
Da gibt es faktische Auffälligkeiten, wie die um zwei Nummern veränderte Schuhgröße und den Familienhund der ihn geflissentlich ignoriert, aber auch das Verhalten hat sich um 180 Grad gewandelt. Aus dem rüden Taugenichts wird auf einmal ein liebevoller Ehemann und Vater und auch sein Engagement für die darbende Dorfgesellschaft war vorher nicht da. Er verpachtet sein Land mit Kaufoption, sogar an die schwarzen Mitbürger, und sorgt durch konzentrierte Zusammenarbeit aller noch lebender Dorfbewohner für das Überleben der Gemeinschaft.
Gut, wenn man Richard Gere und Jodie Foster in diesem gut besetzten Drama im Cast hat, nimmt die Liebesgeschichte, oder besser gesagt neu entflammte Liebe, natürlich einen gehörigen Raum ein. Allerdings ist auch die Obrigkeit Jack auf den Fersen, denn er gilt als Betrüger und Fahnenflüchtiger und so wandelt sich das Geschehen zum Ende hin sogar zu einem Gerichtsdrama. Hier geht der gute Nachkriegsjack sogar so weit, das er als eben als der schlechte Vorkriegsjack ausgeht, um seine Verträge und das Dorf zu retten, auch wenn dann eine Verurteilung die Todesstrafe bedeutet, dessen Ausgang ich jetzt aber nicht spoilern möchte.
Im Grunde geht es da um eine moralische Frage. Was zieht man vor? Das gute Plagiat Deluxe Modell 2.0, oder das marode Original, zumal auch schon ein neues Kind unterwegs ist. Die Entscheidung müssen Frau und Kind, aber auch alle anderen treffen. Man glaubt zunächst noch an seine Identität, aber speziell der geschmähte Orin (auch mal interessant den Nice Guy Bill Pullman mal als Bösewicht in der light Variante zu sehen) verstärkt anfängliche Zweifel. Ich bin sonst ja nicht so unbedingt der große Fan dieses Genres, aber Sommersby vermag zu unterhalten, vor allem weil man sich auch nicht ausschließlich auf das Liebesgesäusel verläßt. Man streift das Kriegsgeschehen, Rassismus durch den Kuckucks Klan und kann sich auf die Darsteller und gute Bilder verlassen. Sommersby kann man sich da durchaus auch als eher genrefremder durchaus mal antun.
7/10

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