Der Titel ist mal wieder völlig irreführend, denn nicht ein Sofa, sondern ein Sessel ermordet Menschen, die sich in seine Nähe wagen. Da muss fein differenziert werden, zumal Gegenstände wie Tomaten, Kühlschränke oder Autoreifen bereits ebenfalls zu meuchelndem Leben erweckt wurden. Bis auf die putzige Grundidee fiel dem Neuseeländer Bernie Rao allerdings nichts Originelles ein.
Tänzerin Francesca hat zwar einige Verehrer, doch von einem findet die Polizei Körperteile. Zeitgleich erhält die junge Frau einen neuen Sessel, der schon bald für ominöse Begebenheiten sorgt…
Die Piranhazähne, die das Cover dem Killer-Sessel zuschreibt, sind natürlich zu keiner Zeit zu sehen, denn Macher Rao hatte offensichtlich ein recht überschaubares Budget zur Verfügung und übernahm einige Tätigkeiten am Set selbst. Dazu zählte auch, zwei Knöpfe über die Falte zu nähen, so dass das Möbel gesichtsähnliche Züge bekommt und entfernt an Bernd, das Brot erinnert. Aufgrund veränderter Falten erhält der Sessel tatsächlich so etwas wie veränderte Gesichtsausdrücke, was zu den wenigen humorigen Highlights zählt.
Denn ansonsten dümpelt das Geschehen ohne den erhofften Drive vor sich hin. Die Figuren sind langweilig und sondern viel Müll ab, wozu die schlechte Synchro in nicht unerheblichem Maße beiträgt. Auch die wenigen Ableben fallen eher unspektakulär aus, denn über Haken im Bein (nur angedeutet) und kurz gezeigten Kehlenschnitt kommen die FSk16-konformen Einlagen kaum hinaus.
Die sparsame Inszenierung punktet zwar hinsichtlich des Titelgebenden, doch der Rest grenzt arg ans Amateurniveau, bei denen die schlecht performenden Mimen die auffälligste Schwäche markieren. Selbst der bereits in sehr hochwertigen Produktionen auftauchende Jed Brophy wirkt in vielen Szenen bemüht ernst und zuweilen auffällig unbeholfen.
Hinzu gesellen sich karge Sets, viel Belanglosigkeit und verpuffender Humor, welcher überdies recht rar gesät ist.
Von der Prämisse ausgehend hätte es eine Trash-Granate werden können, doch mangels zündender Ideen, schwacher Ausstattung und lahmer Umsetzung kommt nur allzu selten Freude auf. Etwas mehr Bewegung hätte auch einem Killersessel gewiss gut getan.
Knapp
4 von 10