Die Geschichte um Zack Mayo (Richard Gere), der sich als Rekrut für die Navy-Pilotenausbildung freiwillig meldet und sich dabei in eine Fabrikarbeiterin (Debra Winger) verliebt avancierte 1982 zum Hit und gilt heute als Kultromanze.
Gleichzeitig ist es eine gute Werbung für die US-Army, denn Regisseur Taylor Hackford zeigt die Ausbildung nicht wie sie wirklich ist, sondern wie man(n) sie sich wünscht. Man lernt dank hartem Drill Disziplin, wird ein echter Mann, auf den die Frauen fliegen und dient seinem Vaterland. Von Realismus also nichts zu spüren, die Navy-Schule gibt hier nur den Hintergrund für eine Romanze ab. Ein paar Drill-Szenen sind zwar schonungslos, erreichen aber niemals die psychische Härte eines "Full Metal Jacket", für den sich Stanley Kubrick übrigens einiger Sprüche aus "Ein Offizier und Gentleman" bedient hat.
Die Propaganda für die Navy weicht glücklicherweise bald einer romantischen Story, die dank einer guten Debra Winger und eines smarten Richard Gere, der in den gefühlsbetonten Szenen eine deutlich bessere Figur abgibt als beim Drill, begeistern kann. Die Zeit vergeht dabei wie im Flug, obwohl der Plot wie vermutet verläuft und erst gegen Ende einen Hammer auspackt, mit dem man so nicht rechnet. War die Grundstimmung vorher romantisch und fröhlich, geht der Tod des besten Kumpels von Zack arg an die Nieren.
Aufgrund dessen macht das Happy-End mit Zucker oben drauf einen etwas verlogenen Eindruck, zur Verteidigung sei aber gesagt, dass der Schluss trotzdem Filmgeschichte schrieb, genauso wie der tolle Song dazu. Danach darf man sich durchaus fragen, ob der Film die sechs Oscar-Nominierungen wirklich verdient hat, vor allem aber die Golden-Globe-Nominierung für Gere erscheint zweifelhaft, denn seine Mimik wirkt häufig arg gekünstelt.
Dennoch eine sehenswerte Romanze in Militärfilmverpackung, bestens geeignet für einen lauen Sommerabend, an dem man sonst nichts zu tun hat.