Ein Film, der einen recht unschlüssig zurückließ. Irgendwie rauh und authentisch, eine kleine Achterbahnfahrt, wie das Heranwachsen auch oft ist. Irgendwie findet dieses Mädchen wider allen Umständen ihren Weg, aber es wundert einen schon, warum sie eigentlich wirklich derart allein ist und woher — wenn man dieses Alleinsein denn dann schon so akzeptiert hat — sie die Stärke hat, so ihren Weg zu gehen, wie sie es tut. Mir ist der Plot dahingehend etwas zu unterentwickelt und ich hätte mir mehr Tiefe als diese reine Beobachtung gewünscht, gerade auch was die alkoholkranke Mutter angeht.
Ein großes Manko ist auch das Alter der Schauspielerinnen. Inzwischen hätte man ja gedacht, dass die Krankheit der Berufsjugendlichen durchbrochen wäre. Aber eine 20jährige die 14jährige Hauptrolle spielen zu lassen, ist schon grenzwertig — egal wie vergleichsweise jung Lena Urzendowsky auf die Ferne wirkt. In Nahaufnahmen wird spätestens klar, dass es nicht wirklich passt. Der größte Fehlgriff ist aber mit Abstand Jella Haase, die mit 28(!) eine Schülerin in der 10. Klasse spielen soll und das Drehbuch schon den Kunstgriff versucht zu erwähnen, dass sie zwei mal sitzen geblieben sei. Nein, selbst dann ist sie vom Aussehen meilenweit von einem Teenager entfernt und man sieht ganz deutlich, dass sie Ende 20 ist.
Zugegeben: Es muss nicht immer schief gehen. Lena Klenke ist eigentlich auch viel zu alt für ihre Rolle, aber da fällt es weniger auf als ausgerechnet bei den wichtigsten Rollen des Filmes.
Es ist schade, dass solche Kleinigkeiten das Gesamtergebnis so runterziehen. Der Film machte einiges richtig, gerade auch was den Look und die Authentizität angeht. Aber das Gesamtergebnis ist nicht stimmig.