Review


Inhalt:

China, zur Zeit der Ming-Dynastie (1368-1644 christlicher Zeitrechnung).
Der Schwert- und KungFu-Fighter Master Shao (Ti Lung) streift durch das Land..., und bekämpft in etwas überheblicher Manier das Böse, steht den Schwachen und von Schändung bedrohten Frauen bei.

Dabei ist auch die bildschöne Schwester (Shih Szu) des Gangsters Mao Kao (Wang Ching), der mit seinem Clan das Land terrorisiert. Shao ist Mao Kao ein Dorn im Fleisch..., er will den Tod Shao´s.
Ein gefährlicher Kämpfer, Tu Chung Chi (Tung Lin), steht Mao zur Seite. Später schließt sich noch ein hochtalentierter KungFu-Kämpfer, Mu Jun-Shing (Tan Tao Liang), dem Mao-Clan an.
Die Mao-Schwester liebt jedoch Shao..., und wird schwanger von diesem...!
Schließlich wird Shao brutal getötet...und die Jahre vergehen...

Sein Sohn, Chow Shu (ebenfalls Ti Lung), will den Tod seines Vaters rächen, und den eigenen Onkel, Mao Kao, töten.
Eine Mitstreiterin in diesem Kampf ist die attraktive Mu Shiao (Hsu Feng), deren Vater ebenfalls von Mao Kao vor Jahren umgebracht wurde.
Und auch Shu Lin (Ling Yun), einst von Shao besiegt, stellt sich auf die Seite von Chow Shu.
Es kommt schließlich zum blutigen Show-Down..., und zwischen Mao Kao und Chow Shu zum erbarmungslosen Duell auf Leben oder Tod.....


Fazit:

Der MegaStar der Shaw Brothers, Ti Lung, wurde anfangs der 1980er Jahre an andere Studios und Regisseure für einige wenige Filme "ausgeliehen"..., der in Deutschland bekannteste Streifen dieser Art dürfte wohl "Ti Lung - Die tödliche Kobra" ("The Heroes", siehe mein Review auf dieser website) sein.
Auch in diesem Film hier, "The Revenger", 1980 unter der Regie von Pao Hsue-Li entstanden, spielt Ti Lung die Hauptrolle..., und es entstand ein weitestgehend spannender und unterhaltsamer Eastern, der leicht noch viel besser hätte sein können, hätte Pao seinen Streifen stringent-flüssiger im Storyverlauf und vor allem am Ende weniger schwulstig gestaltet.

Die Atmosphäre stimmt, fast ala Shaw Brothers spielt vieles in eher surrealen Studio-Sets, sind die Kostüme edel, die Ausstattung ist beinahe üppig zu nennen. Und der Cast ist ziemlich prominent und "shaw-lastig": So agieren Shih Szu, Ling Yun, Tung Lin sowie keine Geringeren als Tan Tao Liang und King Hu´s Lieblings-Actrice Hsu Feng hier an der Seite Ti Lungs, welcher gar in einer Doppel-Rolle fungiert.

Und die Story ist ja relativ einfach und klassisch: Der Vater des Helden -jeweils von Ti Lung verkörpert- wird von einem Villain getötet..., und der Sohnemann rächt diesen Tod nach vielen Jahren, dann als Erwachsener.
Das wird leider mit einigen Schnörkeln und kleineren Nebenhandlungen und -schauplätzen auf sage und schreibe 101 Minuten -für einen Eastern eine astronomische Laufzeit- gedehnt..., und weniger wäre klar mehr gewesen.
Der nervige Auftritt von zwei eseligen Dummies (u.a. Liu Wai) bleibt dem Betrachter nicht erspart.
Zudem ergießt sich zum Schluss im Endfight Pao Hsue-Li denn noch in schwulstig-melodramatischen Elementen, mit Totenschädel -von "Shao", dem Vater des Helden- und sich überschlagenden Identitäts-Aufdeckungen einiger Protagonisten, ziemlich ratzfatz.
Das hätte nicht nur runder in Szene gesetzt werden müssen, das hätte man teils eher weglassen sollen.

Dennoch..., der Unterhaltungswert stimmt, und Ti Lung und die KungFu-Action, sowie die oben genannten Schauwerte, reißen die Sache einmal mehr raus.
Der Show-Down in den alles zwingend münden muss..., er bringt den Film und seine Story dann noch ins Ziel.

Ti Lung..., der Solo-Geiger im Orchester Run Run Shaw´s..., hier gar in einer Doppel-Rolle... als Vaterfigur, die getötet wird, und dann als Sohn, der diesen Tod rächt.
Das spielt Ti Lung äußerst variabel, souverän-würdevoll, doch auch mal überheblich -als Vater-, mal -als Sohn- anfangs naiv-unsicher.
Und Ti Lung bringt natürlich sein variantenreiches Fight-Repertoire und seinen eleganten Kampfstil hier einmal mehr mit ein, immer ein echter ´Bringer´..., das wissen die Eastern-Fans.

Und die Qualität des KungFu erhält durch den Einsatz von Tan Tao Liang natürlich noch eine Steigerung. Denn der hat eine fulminante Bein-Technik, die visuell die Action natürlich noch veredelt.
Wang Ching zieht als skrupellos-brutaler Villain alle Register, und Ling Yun ist in seiner Parade-Rolle als zwielichtig-unduchschaubarer Typus mit all seiner Routine in diesem Rollenbild mit dabei.
Shih Szu als weinerlich-schwache Mutter des Helden ist hier in undankbarer Rolle zu erleben, sie macht das noch ganz tapfer..., wenngleich sie alsbald die Szenerie verlässt. Doch Hsu Feng als taffe Amazone, zeigt sie den Männern auf, dass sie was drauf hat,  sie fightet gekonnt und ist dazu noch ein attraktiver Blickfang, eine anmutige Schönheit mit dem speziellen "Etwas".

Wichtigstes ist die KungFu- und WuShu-Action..., und die Fights sind dynamisch, die Intensität nimmt immer mehr zu, die schönen Choreographien leben natürlich auch von Ti Lungs Eleganz und von Tan Tao Liangs Agilität.
Der Endfight ist blutig und das Duell Ti Lung vs Wang Ching dramatisch.
Das entschädigt denn für die o.g. Mankos hinsichtlich einer nicht immer flüssigen Erzählung..., und der eingefleischte Eastern-Fan kommt insgesamt auf seine Kosten.

Pao Hsue-Li holt mit sicher weniger zur Verfügung stehendem Etat als bei den Shaw Brothers noch einiges raus, doch "The Revenger" hätte leicht noch viel besser sein können..., weniger wäre mehr gewesen.
Doch kann sich dieser Eastern noch passable 6,5/10 Punkte erfighten.

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