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"Du musst lernen, du selbst zu sein."

Die 17-jährige Haru Yoshioka ist nicht zufrieden mit ihrem Leben. Vertrottelt kommt sie häufig zu spät zum Unterricht und schmachtet ihrem Schwarm hinterher, der bereits eine hübsche Freundin hat. Eines Tages rettet sie eine Katze davor überfahren zu werden. Zu ihrer Überraschung spricht die Katze ein paar Dankesworte und verschwindet schnell wieder.
In der Nacht bekommt sie Besuch von weiteren sprechenden Katzen. Es stellt sich heraus, dass die gerettete Katze der Prinz einer Königsfamilie ist. Der Katzenkönig selbst überreicht ihr zahlreiche Gaben und lädt sie in sein Königreich ein, um den Prinzen zu heiraten. Haru hält aber nichts von einer Vermählung mit einer Katze und sucht Rat bei Baron Humbert von Gikkingen im Katzenbüro.

Der Anime "Das Königreich der Katzen" erzählt eine recht konventionelle Geschichte um die Selbstfindung einer Jugendlichen. Mittels Einbindung märchenhafter Elemente versucht sich der gezeichnetet Film von der Konkurrenz abzuheben. Er erreicht aber nicht das Niveau, welches man von Studio Ghibli sonst gewohnt ist.

Die Hauptfigur Haru erweist sich als zweckmäßige Sympathieträgerin. Ihre unvollkommene Art und der Wille zu helfen macht sie schnell verständlich, ebenso ihr Wunsch nach einem besseren Leben.
Aus der alltäglichen Ausgangssituation folgt man der Figur auf eine abenteuerliche Reise, wobei sämtliche Nebenfiguren zu Randfiguren werden. Durch die kurze Laufzeit von knapp 75 Minuten hat der Film keine Möglichkeiten auch noch die charmanten Statisten plausibel zu beschreiben. Und auch die Handlung erweist sich als überaus schlicht.

Punkt für Punkt arbeitet "Das Königreich der Katzen" seine Ereignisse ab. Größere Überraschungen und Wendungen findet man nicht.
Die märchenhaften Atmosphäre wird durch die sehr lineare Erzählweise eingeschränkt. Schade eigentlich, denn die aufgebaute Welt gäbe viel mehr her, wenn sie auch über den Tellerrand hinaus etwas Feinschliff erhalten hätte.

Zeichnungen und Designs sind edel und aufwendig und haben oftmals den klassischen Charme alter europäischer Städte. Die Animation ist flüssig und der Zeichenstil gekonnt dynamisch und sauber ausgeführt. Zumindest hierbei hält Ghibli den erwarteten Standard.

"Das Königreich der Katzen" ist ein leicht zu genießender Unterhaltungsfilm ohne viel Tiefe. Die charmant-lustige Stimmung sowie die märchenhaften Zeichnungen erweisen sich als die Höhepunkte des Anime. Abseits dessen sieht es eher mau aus. Die Handlung ist schlicht und linear, die Figuren interessant, jedoch ausbaufähig. Ghibli hat da selbst in eigener Konkurrenz mehr zu bieten.

6 / 10

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