Review

kurz angerissen*

Die Ghibli-Produktion des Trickzeichners und Regisseurs Hiroyuki Morita zeigt sich vom Wesen der Katze tief beeindruckt und zimmert ihr ein stattliches Monument. Anthropomorphismen wie die Fähigkeit des Sprechens oder des aufrechten Ganges scheinen die tierischen Eigenarten der Katze zwar zu verdrängen, eigentlich wird dieses Mittel aber bloß als Brücke in den Surrealismus genutzt, dem der Animationsfilm tief verbunden ist, obwohl er bewusst einen Ankerplatz im lärmenden Großstadtrealismus aus dem Blickwinkel einer Jugendlichen auswählt.

Es sind dann auch Charaktereigenschaften der Katze, die in den Kaninchenbau führen: Seltsame, schwer zugängliche Schleichwege über Dächer und Terrassen, Miniaturstädte, nächtliche Prozessionen unter Ausschluss menschlicher Aufmerksamkeit, und das, wo einige Exemplare der Vierbeiner am Tage auch mal mitten in der Stadt auf dem Stuhl eines Cafés ihren Mittagsschlaf halten.

Der Fantasie sind bei der Transformation maunzender Pelzknäuel in kultivierte Adelsmitglieder inhaltlich wie optisch keine Grenzen gesetzt: Wenn auch „Alice im Wunderland“ zur lebensnotwendigen Stütze erhoben wird, so führt der Aufenthalt im Königreich der Katzen allerhand Eigenarten mit sich, deren Faszination in den fließenden Übergängen verborgen liegt, mit denen die Wirklichkeit gedehnt wird und einen neuen Mikrokosmos zum Vorschein bringt, der mitten in dem unseren liegt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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